Ohne Einwanderer würde portugiesische Wirtschaft zusammenbrechen

Ohne Einwander:innen würden einige Teile der Wirtschaft in sich zusammenbrechen, argumentierte Catarina Reis Oliveira, die Direktorin der portugiesischen Beobachtungsstelle für Migration, in einer am Montag vorgestellten Studie.

Lusa.pt
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Die meisten ausländischen Arbeitnehmer:innen sind in den Wirtschaftszweigen Beherbergung, Gastgewerbe und ähnlichen Tätigkeiten sowie in den Wirtschaftszweigen Verwaltung und unterstützende Dienstleistungen zu finden. [Shutterstock/9nong]

Ohne Einwander:innen würden einige Teile der Wirtschaft in sich zusammenbrechen, argumentierte Catarina Reis Oliveira, die Direktorin der portugiesischen Beobachtungsstelle für Migration, in einer am Montag vorgestellten Studie.

„Einwander:innen spielen eine grundlegende Rolle für die Effizienz der Arbeitsmärkte, und es ist klar, dass ohne Einwander:innen einige Wirtschaftssektoren und Aktivitäten zusammenbrechen würden“, schrieb sie im Statistischen Jahresbericht 2022 der Beobachtungsstelle, der Indikatoren zur Integration dieser besonderen Personengruppe enthält.

In den meisten europäischen Ländern, die Einwander:innen aufnehmen, darunter auch Portugal, haben Ausländer:innen „höhere Erwerbsquoten als Einheimische“, heißt es darin.

„Allerdings sind Ausländer:innen im Vergleich zu den Einheimischen weiterhin stärker in den grundlegenden Berufsgruppen vertreten, auch wenn Verbesserungen zu beobachten sind, da die relative Bedeutung von Ausländer:innen in diesen Gruppen im Vergleich zum vorangegangenen Jahrzehnt zurückgegangen ist“, heißt es.

So sind die meisten ausländischen Arbeitnehmer:innen in den Wirtschaftszweigen Beherbergung, Gastgewerbe und ähnliche Tätigkeiten sowie in den Wirtschaftszweigen Verwaltung und unterstützende Dienstleistungen zu finden.

Auch im Jahr 2020 blieben die „Ungleichgewichte bei den durchschnittlichen Grundgehältern“ bestehen. Insgesamt hatten ausländische Arbeitnehmer:innen niedrigere Durchschnittsgehälter als portugiesische Arbeitnehmer:innen (-6,7 Prozent im Jahr 2020 und -8,2 Prozent im Jahr 2019).

Der Bericht unterstreicht auch, dass, obwohl der portugiesische Arbeitsmarkt von unbefristeten Arbeitsverträgen dominiert wird, dies „nicht das Hauptbeschäftigungsverhältnis für die meisten Arbeitnehmer:innen mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist.“

Im Jahr 2020 hatten mehr als zwei Drittel der portugiesischen Arbeitnehmer:innen einen unbefristeten Vertrag (69,8 Prozent), während bei den Ausländer:innen nur ein Drittel (35,1 Prozent) diese Art von Vertrag hatte.

Ähnlich wie in anderen europäischen Ländern sind auch in Portugal die ausländischen Einwohner:innen einem größeren Armutsrisiko ausgesetzt und leben in größerer materieller Not.

In den Bezugsjahren des Berichts war „eine Verschlechterung des Risikos von Armut oder sozialer Ausgrenzung sowohl für in Portugal ansässige Ausländer:innen als auch für Inländer:innen“ festzustellen.

Im Jahr 2020 lag das Risiko von Armut oder sozialer Ausgrenzung für Ausländer:innen in Portugal bei 18,9 Prozent. Ein Jahr später lag dieser Wert schon bei 35 Prozent – ein Anstieg von rund 16 Prozentpunkten.

Im Jahr 2021 machten Ausländer:innen 10,1 Prozent der gesamten Beitragszahler:innen des portugiesischen Sozialversicherungssystems aus, „eine noch nie dagewesene relative Bedeutung“ und „aussagekräftiger als erwartet“, wenn man bedenkt, „dass sie nur 6,8 Prozent der Wohnbevölkerung ausmachen.“

„Die in Portugal lebende ausländische Bevölkerung spielt weiterhin eine wichtige Rolle beim Ausgleich der Konten des Sozialversicherungssystems und trägt zu einer relativen Entlastung des Systems und zu seiner Nachhaltigkeit bei“, argumentiert sie.