Österreichische Industrie warnt vor "gravierenden Auswirkungen" eines russischen Gasembargos

Sanktionen gegen russisches Gas hätten verheerende Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft, so die Industrievertreter des Landes, die bisher die EU-Sanktionen gegen Russland unterstützt haben.

EURACTIV.com
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"Den Gashahn von heute auf morgen so stark zu drosseln, hätte gravierende Auswirkungen auf unser alltägliches Leben, unsere Energieversorgung und unsere Wirtschaft", sagte Georg Knill, Präsident der österreichischen Industriellenvereinigung, am Donnerstag (10. März). [Shutterstock/posteriori]

Sanktionen gegen russisches Gas hätten verheerende Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft, so die Industrievertreter des Landes, die bisher die EU-Sanktionen gegen Russland unterstützt haben.

Während die Staats- und Regierungschefs der EU über das nächste Sanktionspaket gegen Russland und mögliche Wege zur Diversifizierung der europäischen Gasversorgung diskutieren, hat die österreichische Industrie davor gewarnt, dass ein Stopp der russischen Gasexporte auf „unrealistischen Einschätzungen“ beruhen würde.

„Den Gashahn von heute auf morgen so stark zu drosseln, hätte gravierende Auswirkungen auf unser alltägliches Leben, unsere Energieversorgung und unsere Wirtschaft“, sagte Georg Knill, Präsident der österreichischen Industriellenvereinigung, am Donnerstag (10. März).

Österreich importiert 80 Prozent seines Gases aus Russland und ist vor allem für seine Industrie und seine Energiekraftwerke auf den stetigen Fluss des Gases angewiesen.

Obwohl Österreich bereits nach alternativen Lieferanten, insbesondere in der Golfregion, sucht, ist es unwahrscheinlich, dass bald eine Alternative zu russischen Importen gefunden wird.

„Österreich kann seine hohe Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen nicht von heute auf morgen verringern – auch nicht von einem Jahr auf das nächste“, sagte Wolfgang Urbantschitsch, Vorsitzender der österreichischen Energieregulierungsbehörde E-Control.

„Die Idee, für ein bis zwei Wochen auf Gaslieferungen aus Russland zu verzichten, ist nicht zu Ende gedacht“, fügte er hinzu.

Die österreichische Industrie ist auch gegen die Pläne der Europäischen Kommission, die Gasimporte aus Russland im nächsten Jahr um zwei Drittel zu reduzieren.

„In aller Deutlichkeit: Wir können die Wirtschaft, wie wir sie kennen, ohne Gas aus Russland nicht aufrechterhalten“, warnte Knill.