Österreich will erneute Arzneimittelknappheit im Winter abwenden

Die österreichische Regierung arbeitet mit Großhändlern zusammen, um Arzneimittel auf Vorrat zu lagern und den Verkauf billiger Medikamente zu subventionieren, um einen weiteren "inakzeptablen" Winter mit Engpässen zu vermeiden.

Euractiv.de
Vienna,,Austria,-,23,August,2017:the,Interior,Of,The,City
Angesichts von mindestens 582 Medikamenten, die vor der bevorstehenden Grippesaison noch nicht verfügbar sind, ist Österreich sehr daran interessiert, eine Arzneimittelknappheit wie im Winter 2021 und 2022 zu vermeiden, die der österreichische Gesundheitsminister Johannes Rauch damals als "inakzeptabel" bezeichnete. [Shutterstock/Lestertair]

Die österreichische Regierung arbeitet mit Großhändlern zusammen, um Arzneimittel auf Vorrat zu lagern und den Verkauf billiger Medikamente zu subventionieren, um einen weiteren „inakzeptablen“ Winter mit Engpässen zu vermeiden.

Angesichts von mindestens 582 Medikamenten, die vor der bevorstehenden Grippesaison immer noch nicht verfügbar sind, ist Österreich sehr daran interessiert, eine Arzneimittelknappheit wie im Winter 2021 und 2022 zu vermeiden, die der österreichische Gesundheitsminister Johannes Rauch damals als „inakzeptabel“ bezeichnete.

Um mögliche Engpässe abzudecken, legt Wien in Zusammenarbeit mit dem Großhandelsverband PHAGO 23 Vorräte an, um die „richtigen“ Medikamente zu liefern, so Rauch gegenüber dem Radiosender Ö1.

Die „richtigen“ Medikamente umfassen demnach 10 kritische Typen, darunter die typischen Schmerzmittel Ibuprofen und Paracetamol sowie ausgewählte Antibiotika, bei denen es bereits im vergangenen Winter zu „Engpässen“ gekommen sei, so PHAGO-Vorstandsmitglied Thomas Brosch.

Neben den Vorratsbestellungen, welche in den nächsten Wochen aufgegeben werden sollen, erhalten Apotheken auch einen Ausgleich für die Preissenkung.

Für 23 Millionen Euro wird die Regierung die Händler mit einem Zuschuss von 0,28 Euro für jede Packung entschädigen, die für weniger als 3,93 Euro verkauft wird.

Die Maßnahme wurde von den Apotheken begrüßt.

„Damit haben die Apotheker ein nützliches Instrument, um bestimmten Versorgungsengpässen bei Arzneimitteln effizient entgegenzuwirken“, sagte die Präsidentin des Apothekerverbands, Ulrike Mursch-Edlmayr.

Die Industrie zeigte sich jedoch alles andere als zufrieden.

Die Maßnahme sei ein „Tropfen auf den heißen Stein“, sagte die Geschäftsführerin des Chemieverbands FCIO, Sylvia Hofingern. Ihr Verband forderte eine verstärkte inländische Produktion zu höheren Preisen.

In der Zwischenzeit drängt Brüssel auf eine weitere europäische Zusammenarbeit, um Engpässe zu verhindern. Ende Oktober wurde ein freiwilliges Programm gestartet, womit die EU ab 2024 sicherstellen will, dass die Vorratshaltung so effizient wie möglich erfolgt.

Dies wäre der richtige Weg für die Europäische Union, sagte auch der österreichische Gesundheitsminister.