Österreich stellt zusätzlichen Diesel aus strategischer Reserve bereit

Die Bundesregierung plant, 60.000 Tonnen Diesel aus den strategischen Energiereserven Österreichs freizugeben, um die Marktversorgung angesichts der anhaltenden Probleme in der einzigen Raffinerie des Landes zu sichern, der OMV Schwechat.

Euractiv.de
Fuel Tax Reduction in Germany
"Damit wollen wir sicherstellen, dass trotz der Verzögerung bei der Wiederinbetriebnahme von Schwechat genug Treibstoff für Österreich verfügbar ist", sagte Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz. [EPA-EFE/FRIEDEMANN VOGEL]

Die Bundesregierung plant, 60.000 Tonnen Diesel aus den strategischen Energiereserven Österreichs freizugeben, um die Marktversorgung angesichts der anhaltenden Probleme in der einzigen Raffinerie des Landes zu sichern, der OMV Schwechat.

Im Juli war es in der für die Region wichtigen Raffinerie Schwechat zu einer schweren Störung gekommen. Damals war unklar, wann die Raffinerie wieder in Betrieb genommen werden könnte, was zu wiederholten Freisetzungen strategischer Energievorräte führte.

Nachdem die Raffinerie nun Anfang Oktober wieder in Betrieb genommen werden soll, hofft Wien, die Vorräte ein letztes Mal aufstocken zu können.

„Damit wollen wir sicherstellen, dass trotz der Verzögerung bei der Wiederinbetriebnahme von Schwechat genug Treibstoff für Österreich verfügbar ist“, sagte Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz.

Nach Gesprächen mit der OMV, dem Eigentümer der Raffinerie, und Österreichs fossilen Ölunternehmen soll das Ministerium für Klimaschutz auf die strategische Freigabe drängen, so ein Sprecher am Sonntag gegenüber der APA.

Bislang hat die österreichische Bundesregierung 212.000 Tonnen Diesel, 56.000 Tonnen Benzin und 45.000 Tonnen Halbfertigprodukte bereitgestellt.

„Wir tun das [die Freigabe] wohlüberlegt und vorsichtig, denn die Öl-Reserve ist für den absoluten Ernstfall da. Wir dürfen sie nicht leichtfertig verschwenden“, betonte die Ministerin.

Eine letzte Hürde steht jedoch noch aus: Für die Freigabe der strategischen Energievorräte ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. So müssen entweder die sozialdemokratische SPÖ oder die rechtsextreme FPÖ den Regierungsvorschlag unterstützen. Beide dürfte aber kaum daran gelegen sein, dass man sie als „Hindernis“ beim Zugang zu Diesel sieht.