Österreich schafft die Impfpflicht wieder ab

Die einzige verpflichtende Corona-Impfung in der EU wurde von der österreichischen Regierung unter Berufung auf die veränderten Umstände mit der jetzt vorherrschenden Omicron-Variante gestrichen.

Euractiv.de
Male,Doctor,Holding,Syringe,Making,Covid,19,Vaccination,Injection,Dose
Österreich kündigte erstmals im November 2021 seine Absicht an, eine Impfpflicht einzuführen. Sie trat im Februar in Kraft, wurde jedoch im März wieder ausgesetzt. Nun könnte sie Geschichte sein, auch wenn die Corona-Fälle wieder ansteigen. [[Shutterstock/insta_photos]]

Die einzige verpflichtende Corona-Impfung in der EU wurde von der österreichischen Regierung unter Berufung auf die veränderten Umstände mit der jetzt vorherrschenden Omikron-Variante gestrichen.

Österreich kündigte erstmals im November 2021 seine Absicht an, eine Impfpflicht einzuführen. Sie trat im Februar in Kraft, wurde jedoch im März wieder ausgesetzt. Nun könnte sie Geschichte sein, auch wenn die Corona-Fälle wieder ansteigen.

„Die Impfpflicht bringt niemanden zum Impfen“, sagte Johannes Rauch, Österreichs konservativer Gesundheitsminister. Das Programm habe tiefe Risse in Vereinen und Familien verursacht. Zuvor war die Regelung per Dekret bis zum 31. August ausgesetzt worden.

Er betonte, dass das System im Zusammenhang mit der tödlicheren Delta-Variante geschaffen worden sei, bei der die Intensivstationen an ihre Grenzen stießen. Auch er sei damals für eine Impfpflicht gewesen, sagte der Minister, „aber Omikron hat die Regeln geändert“.

Die Abschaffung ist Wasser auf die Mühlen von Österreichs rechtsextremer FPÖ, die zu den schärfsten Gegnern der Pläne gehört hatte.

„Ein fataler Irrweg wird endlich beendet“, sagte der Kärntner FPÖ-Chef Erwin Angerer. „Daher hat die FPÖ als einzige Partei dagegen gestimmt und massiven Widerstand gegen einen Impfzwang geleistet.“

Die aktiven Corona-Fälle in Österreich haben sich in den letzten drei Wochen verdreifacht, von 24.785 am 1. Juni auf 67.025 am 22. Juni.