Österreich rutscht zurück in Abhängigkeit von russischem Gas

Die Einfuhren von russischem Gas nach Österreich nähern sich wieder den Marktanteilen, die zuletzt vor dem Ukrainekrieg erreicht wurden. Gazprom liefert demnach wieder die gesamte vertraglich vereinbarte Menge, während die Lieferungen aus Deutschland und Italien zurückgehen.

Euractiv.de
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Die Rückkehr des russischen Gases nach Österreich ist bereits aus den Daten vom Dezember 2022 ersichtlich. [Shutterstock/A08]

Die Einfuhren von russischem Gas nach Österreich nähern sich wieder den Marktanteilen, die zuletzt vor dem Ukrainekrieg erreicht wurden. Gazprom liefert demnach wieder die gesamte vertraglich vereinbarte Menge, während die Lieferungen aus Deutschland und Italien zurückgehen.

Nur wenige Länder waren vor Beginn des Krieges so sehr auf Gas aus Russland angewiesen wie Österreich, das damals rund 80 Prozent seines gesamten Inlandsverbrauchs aus dem Osten bezog. Dies war zum Teil auf die Gasverträge zurückzuführen, die Wien seit den 1960er Jahren mit der Sowjetunion als Gegenleistung für die Neutralität und Blockfreiheit Österreichs geschlossen hatte.

“Wir sind im Moment temporär wieder bei 100 Prozent, haben aber in der Vergangenheit auch Werte bei 30 Prozent und darunter gesehen“, erklärte Reinhard Florey, CFO des österreichischen Energiekonzerns OMV.

Die Rückkehr des russischen Gases nach Österreich ist bereits aus den Daten vom Dezember 2022 ersichtlich.

In dem Monat waren die Gasimporte zwar insgesamt niedriger als in den Vorjahren, der Anteil des russischen Gases an den Gesamtimporten betrug aber 71 Prozent, wie aus Daten von ENTSOG und der österreichischen Regulierungsbehörde E-Control hervorgeht.

Am Dienstag rief Energieministerin Leonore Gewessler die Bürger:innen zum weiteren Energiesparen auf.

„Wir sind noch nicht über den Berg“, so Gewessler. Das Sparen von Gas würde sicherstellen, dass die Speicher für den kommenden Winter gefüllt sind.

Am Donnerstag waren Österreichs Gasspeicher zu 74,87 Prozent gefüllt.