Österreich ruft Frühwarnstufe bei der Gasversorgung aus

Die österreichische Bundesregierung hat dem Beispiel Deutschlands gefolgt und die Frühwarnstufe ihres Notfallplans Gas ausgerufen, nachdem Russland erklärt hatte, dass es künftig nur noch Rubel als Zahlungswährung für Gaslieferungen akzeptieren werde.

Euractiv.de
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"Mit der Frühwarnstufe im Notfallplan überwachen wir die Situation am Gasmarkt jetzt noch engmaschiger", erklärte die österreichische Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Mittwoch. [Shutterstock/chromatos]

Die österreichische Bundesregierung hat dem Beispiel Deutschlands gefolgt und die Frühwarnstufe ihres Notfallplans Gas ausgerufen, nachdem Russland erklärt hatte, dass es künftig nur noch Rubel als Zahlungswährung für Gaslieferungen akzeptieren werde.

„Mit der Frühwarnstufe im Notfallplan überwachen wir die Situation am Gasmarkt jetzt noch engmaschiger“, erklärte Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Mittwoch.

Österreich ist eines der Länder, das bei der Gasversorgung am stärksten von Russland abhängig ist, denn rund 80 Prozent der Importe stammen aus Russland. Gleichzeitig sind die Gasspeicher in Österreich nur zu 13 Prozent gefüllt.

„Derzeit treffen die Lieferungen zuverlässig und ohne Einschränkungen ein. Das kann sich aber natürlich ändern“, so Bundeskanzler Karl Nehammer.

Österreich ist nach Italien, Lettland und Deutschland das vierte EU-Land, das eine „Frühwarnung“ ausgerufen hat.

Die Ankündigung wird noch keine Interventionsmaßnahmen auslösen und dient lediglich als Hinweis auf „konkrete und verlässliche Hinweise“, dass es zu einer Verschlechterung der Gasversorgung kommen könnte, sagte die Regierung.

Diese Entscheidung erfolgte, nachdem die Oppositionsparteien die Regierung nach der Ankündigung Deutschlands unter Druck gesetzt hatten.

„Während unser Nachbar Deutschland auf einen möglichen Gaslieferstopp Russlands vorbereitet ist und vorsorglich reagiert, um Bevölkerung und Wirtschaft zu schützen, verkennt Ministerin Gewessler offenkundig den Ernst der Lage und hat keinen Plan“, kommentierte Alois Schroll, Energiesprecher der SPÖ.

„Nicht zu reagieren ist politisch unverantwortlich und führt zu einer Verunsicherung in Wirtschaft und Bevölkerung!“ fügte er hinzu.