Österreich drängt auf EU-Pelzverbot im Vorfeld der Entscheidung der Kommission
Die Kommission wird noch in diesem Monat bekannt geben, ob sie die Pelztierzucht nach einer Übergangsphase vollständig verbieten oder strengere Standards zur Verbesserung des Tierschutzes vorschlagen wird.
Österreich drängt auf ein EU-weites Verbot der Pelztierzucht sowie des Verkaufs solcher Produkte und Importe aus Ländern außerhalb der Union. Dies geht aus einem Dokument hervor, das Euractiv vorliegt, wenige Wochen bevor die Europäische Kommission Pläne vorstellt, die über das Schicksal der Branche entscheiden werden.
Die Kommission wird voraussichtlich noch in diesem Monat bekannt geben, ob sie die Pelztierzucht nach einer Übergangsphase vollständig verbieten oder stattdessen strengere Standards zur Verbesserung des Tierschutzes vorschlagen wird.
Wien hat die Mitteilung vor einem Treffen der obersten Veterinärbeamten der EU-Länder am Donnerstag in Umlauf gebracht und argumentiert, die Kommission solle diese Praxis beenden. Ein vollständiges Verbot würde laut Mitteilung für mehr Rechtsklarheit sorgen und bessere Entschädigungsregelungen für Landwirte ermöglichen als ein System, das auf strengeren Tierschutzstandards basiert.
Der Sektor ist seit mehreren Jahren unrentabel
In der Mitteilung wird argumentiert, dass die meisten EU-Länder bereits ein vollständiges oder teilweises Verbot der Zucht von Nerzen, Rot- und Polarfuchsen, Marderhunden und Chinchillas haben. Die meisten der verbleibenden Pelztierfarmen befinden sich in Finnland, Polen und Griechenland. Österreich weist auch darauf hin, dass der Sektor seit mehreren Jahren unrentabel ist und die Umsätze mit denen der längst überholten Videoverleihbranche vergleichbar sind – rund 183 Millionen Euro im Jahr 2024.
Ein im vergangenen Jahr veröffentlichter Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), kam zu dem Schluss, dass es unter den derzeitigen Haltungsbedingungen praktisch unmöglich ist, das Wohlergehen von Fleischfressern, die zur Pelzgewinnung gezüchtet werden, zu verbessern. Die Bewertung der EFSA folgte auf eine erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative im Jahr 2024, bei der mehr als 1,5 Millionen Unterschriften gesammelt wurden.
(adm, aw)