Niederlande ergreifen Maßnahmen zur Verringerung der Stromnetzbelastung
Die Niederlande werden "außergewöhnliche" Maßnahmen ergreifen, um die Belastung des nationalen Stromnetzes zu verringern. So sollen beispielsweise Anreize für große Unternehmen geschaffen werden, um zu Spitzenzeiten weniger Strom zu verbrauchen, kündigte der scheidende niederländische Energieminister Rob Jetten (D66/Renew) am Mittwoch an.
Die Niederlande will Maßnahmen ergreifen, um die Belastung des nationalen Stromnetzes zu verringern. So sollen beispielsweise Anreize für große Unternehmen geschaffen werden, um zu Spitzenzeiten weniger Strom zu verbrauchen, kündigte der scheidende niederländische Energieminister Rob Jetten (D66/Renew) am Mittwoch an.
Zuvor hatten die Netzbetreiber des Landes gewarnt, dass das Stromnetz in allen Provinzen nahezu erschöpft sei, vor allem wegen der wachsenden Nachfrage nach Wärmepumpen, Solaranlagen und Ladestationen für Elektrofahrzeuge – ein Problem, unter dem zahlreiche andere europäische Länder ebenfalls leiden.
„Trotz erheblicher Investitionen der Netzbetreiber und früherer Maßnahmen stößt das Stromnetz an immer mehr Orten an seine Grenzen“, so Jetten in einem Brief an das Parlament.
„Wenn wir nicht handeln, hat dies schwerwiegende Auswirkungen auf unsere Nachhaltigkeitsziele und unsere Wirtschaft. Deshalb ergreifen wir jetzt neue Maßnahmen, die den Ausbau des Stromnetzes beschleunigen und mehr Platz schaffen“, fügte er hinzu.
Ab 2023 werden die Netzbetreiber des Landes ihre Investitionen in das Stromnetz von derzeit 4 Milliarden Euro auf 8 Milliarden Euro verdoppeln.
Mit den neuen Maßnahmen sollen Anreize für große Stromverbraucher geschaffen werden, ihren Verbrauch während der „Stoßzeiten“ zwischen 16 und 20 Uhr zu senken. Damit sollen Stromausfälle vermieden werden, da der Verbrauch in der Industrie und in den Haushalten in dieser Zeit besonders hoch ist.
Die neuen Maßnahmen sehen vor, dass Großverbraucher weniger für Strom zahlen, wenn sie ihren Verbrauch in diesen Stunden reduzieren, während ein übermäßiger Verbrauch zu höheren Preisen führen würde.
Jetten kündigte außerdem an, dass bestimmte Erweiterungen des Stromnetzes des Landes als von „wichtigem gesellschaftlichem Interesse“ eingestuft werden sollen, was das Genehmigungsverfahren um 18 Monate beschleunigen würde. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag wurde dem niederländischen Staatsrat vorgelegt und wird zu einem späteren Zeitpunkt vom nationalen Parlament diskutiert.
Die neuen Maßnahmen folgen auf die Ankündigung des Energieministers vom Juli, dass die Regierung eine größere Rolle bei der nationalen Energiewende spielen werde.
Damals kündigte Jetten Erleichterungen bei den Genehmigungsverfahren für Energieinfrastruktur und -speicher an und wies bestimmte Gebiete für den Bau von Speicheranlagen und Transportwegen aus.