Niederlande bemängeln günstige Lebensmittel in Deutschland
Die Niederlande wollen laut der amtierenden Wirtschaftsministerin Micky Adriaansens eine Untersuchung dazu einleiten, wie Preisunterschiede bei Lebensmitteln in der EU beseitigt werden können, um einen "fairen Markt" zu gewährleisten.
Die Niederlande wollen laut der amtierenden Wirtschaftsministerin Micky Adriaansens eine Untersuchung dazu einleiten, wie Preisunterschiede bei Lebensmitteln in der EU beseitigt werden können, um einen „fairen Markt“ zu gewährleisten.
Die Ministerin sprach das Thema beim EU-Rat zur Wettbewerbsfähigkeit am Montag (25. September) in Brüssel an und erhielt dabei Unterstützung von ihren belgischen und luxemburgischen Amtskollegen Pierre-Yves Dermagne (PS/S&D) und Franz Fayot (LSAP/S&D).
„Es wird immer gewisse Preisunterschiede geben, aber man will einen fairen Markt“, erklärte Adriaansens in einem Interview mit dem niederländischen Radiosender BNR nach der Ratssitzung.
„Wir haben in Europa einen großen Binnenmarkt, von dem wir alle möglichen Vorteile haben wollen. Aber das muss sich dann auch im Supermarkt widerspiegeln“, fügte sie hinzu.
Adriaansens verwies auf die Lebensmittelpreise in Deutschland, wo die Einkaufspreise für Einzelhändler niedriger sind als in allen drei Benelux-Ländern, was dem Land einen Wettbewerbsvorteil verschafft und die Kosten für die Verbraucher senkt.
Während sie sich mit der Forderung nach einem EU-weit festgelegten Einkaufspreis zurückhielt, schlug die scheidende Ministerin vor, dass die EU-Verordnungen zur Lebensmittelkennzeichnung und zu Produktnormen überarbeitet werden könnten, um für alle Mitgliedstaaten einheitlichere Bedingungen zu schaffen.
„Diese [Kennzeichnungen und Standards] sind von Land zu Land sehr unterschiedlich, was auch einer der Gründe dafür ist, dass es Unterschiede darin gibt, wo man seine Produkte kaufen kann“, erklärte sie.
Der Konsumausgabenindex der privaten Haushalte (HFCE), ein Vergleichswert für den relativen Preis von Lebensmitteln in einem bestimmten Land, liegt in allen drei Benelux-Ländern über dem EU-Durchschnitt.
Im Jahr 2022 lag der HFCE in Belgien und den Niederlanden um 14,8 Prozent beziehungsweise 16,7 Prozent über dem EU-Durchschnitt, wobei Luxemburg mit einem Preisniveauindex von 36,8 Prozent über dem EU-Durchschnitt Spitzenreiter der Dreiergruppe war.
Die niederländische Regierung erwartet, dass die Forschungsergebnisse noch vor Ende des Jahres vorliegen werden.