Tschechien sieht Potenzial für seine Rüstungsindustrie dank Ukrainekrieg
Tschechien könnte aufgrund des Krieges in der Ukraine zu einer Rüstungs-Supermacht werden, sagte die Verteidigungsministerin des Landes, Jana Černochová, am Mittwoch (5. Oktober) nach Gesprächen mit Vertreter:innen der tschechischen Rüstungsindustrie.
Tschechien könnte aufgrund des Krieges in der Ukraine zu einer Rüstungs-Supermacht werden, sagte die Verteidigungsministerin des Landes, Jana Černochová, am Mittwoch (5. Oktober) nach Gesprächen mit Vertreter:innen der tschechischen Rüstungsindustrie.
Die Ministerin verwies darauf, dass sie sich nach dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine im Februar mit Vertretern:innen der Rüstungsindustrie getroffen und diese gebeten habe, so kooperativ wie möglich zu sein und dem überfallenen Land so viel wie möglich zu helfen.
„Der Export von tschechischen Rüstungsgütern in die Ukraine beläuft sich auf über 47 Milliarden CZK (1,9 Milliarden Euro). Im vergangenen Jahr waren es im Vergleich dazu 14 Mrd. CZK (571.000 Mio. Euro)“, sagte Černochová.
Vertreter:innen der Industrie wollten sich aus Sicherheitsgründen nicht dazu äußern, welches Material in die Ukraine geliefert wird. Der Ministerin zufolge handelt es sich dabei meist um schwere Ausrüstung, Kurz- und Langwaffen oder Munition.
Černochová erinnerte auch daran, dass die Tschechoslowakei in den 1930er Jahren eine der Rüstungs-Supermächte gewesen sei. Nun könne sie wieder an der Spitze stehen.
„Der Krieg in der Ukraine hat der Tschechischen Republik die Möglichkeit gegeben, wieder ins Rampenlicht zu treten, und zwar in einer Weise, die von unseren Partnern im Bündnis und in der Europäischen Union anerkannt und auch von der Ukraine wahrgenommen wird“, fügte Černochová hinzu.
Tschech:innen sind außerdem sehr aktiv beim Crowdfunding von Geld für die Ukraine. So hätten sie beispielsweise rund 53 Millionen Euro direkt an die ukrainische Botschaft in Prag gesandt, wie die Nachrichtenseite Seznam Zprávy berichtete. Es gibt auch eine laufende Kampagne mit dem Titel „Das Geschenk für Putin“, bei der genug Geld für den Kauf eines Panzers für die ukrainische Armee gesammelt wurde.
Vertreter der tschechischen Rüstungsindustrie warnten jedoch, dass die weitere Entwicklung des Sektors aufgrund der hohen Energiepreise begrenzt sein könnte.