Neues Online-Tool unterstützt Briten beim taktischen Wählen gegen Tories und Rechte

Die britische Initiative GetVoting.org hat zur britischen Wahl ein Tool veröffentlicht, mit dem Wähler herausfinden können, wie sie in ihren Wahlkreisen abstimmen müssen, um den Sieg eines konservativen oder rechten Kandidaten zu verhindern.

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Es bleibt abzuwarten, ob die taktische Stimmabgabe am 4. Juli einen Unterschied machen wird, aber es ist klar, dass die Konservativen in den nächsten 16 Tagen einen großen Rückstand in den Umfragen aufholen müssen. [EPA-EFE/NEIL HALL]

Die britische Initiative GetVoting.org hat zur anstehenden britischen Wahl ein Tool veröffentlicht, mit dem Wähler herausfinden können, wie sie in ihren Wahlkreisen abstimmen müssen, um den Sieg eines konservativen oder rechten Kandidaten zu verhindern.

Aufrufe zur taktischen Stimmabgabe sind nichts Neues im britischen „First-past-the-post“-Mehrheitswahlsystem, bei welchem lediglich der Kandidat oder die Kandidatin mit den meisten Stimmen in einem Wahlkreis einen Sitz gewinnt.

Britischen Wählern, von denen laut einer Studie von GetVoting.org „13 Millionen […] eine taktische Stimmabgabe in Erwägung ziehen würden, um die Regierung abzuwählen“, steht nun jedoch ein neues Instrument zur Verfügung.

Durch die Eingabe der eigenen Postleitzahl erfährt der Nutzer, welche Partei in diesem Wahlkreis die besten Chancen hat, Kandidat*innen der regierenden Konservativen oder von Nigel Farages Reform UK zu schlagen.

Im traditionell konservativen nordwestenglischen Wahlkreis Blackpool North & Fleetwood beispielsweise, wo Labour die größte Oppositionspartei ist, schlägt das Tool wenig überraschend vor, Labour zu wählen.

Im ostenglischen Wahlkreis Ely and East Cambridgeshire, in dem die Konservativen, die Labour Party und die linksliberalen Liberal Democrats weniger als drei Prozentpunkte auseinander liegen, schlägt das Tool die Liberal Democrats vor.

Wenige Wochen vor der Wahl hat es die Kampagne weitgehend vermieden, die Beziehung des Landes zu Europa zu erwähnen, wie Euractiv berichtete.

Doch Naomi Smith, Geschäftsführerin von Best for Britain und Gründerin der Website GetVoting.org, sprach mit Euractiv über die europäische Dimension ihrer Arbeit:

„Die Konservativen weigern sich, ihre Meinung über Europa zu ändern, also brauchen wir einen Regierungswechsel“, sagte sie.

„Eine engere Beziehung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich ist nicht nur möglich, sondern auch notwendig, und die nächste Regierung des Vereinigten Königreichs muss eine engere Beziehung zu unseren europäischen Nachbarn zu einer ihrer Prioritäten machen.“

Es bleibt abzuwarten, ob die taktische Stimmabgabe am 4. Juli einen Unterschied machen wird. Doch die Konservativen liegen in jedem Fall bereits weit zurück und müssten in den nächsten 16 Tagen einen großen Rückstand in den Umfragen aufholen.