Neuer Ausschuss für Wettbewerbsfähigkeit der Chemieindustrie [DE]
Neun Monate nach der Annahme der strengen neuen Gesundheits- und Sicherheitsregeln der EU für die Branche (REACH), sind hochrangige Entscheidungsträger der Chemieindustrie zu einem ersten von mehreren Treffen zusammengekommen, die auf eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Sektors abzielen, welcher 5% des europäischen BIP ausmacht.
Neun Monate nach der Annahme der strengen neuen Gesundheits- und Sicherheitsregeln der EU für die Branche (REACH), sind hochrangige Entscheidungsträger der Chemieindustrie zu einem ersten von mehreren Treffen zusammengekommen, die auf eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Sektors abzielen, welcher 5% des europäischen BIP ausmacht.
Die Kommission hat am 10. September 2007 eine „Hochrangige Gruppe für die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie“ eingesetzt, die aus Kommissaren und erfahrenen Politikern des öffentlichen und privaten Sektors sowie der Zivilgesellschaft besteht. Damit soll das künftige Wohlergehen einer der europaweit größten Produktionsbranchen sichergestellt werden.
Das Ziel der Initiative hat drei Aspekte:
Erstens soll die Wettbewerbsfähigkeit des Bereichs gestärkt werden.
Nachdem jüngst die Öl- und Lebensmittelpreise angestiegen waren und im Dezember 2006 strikte neue Regeln der EU zur Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien (REACH) angenommen wurden, um sicherzustellen, dass Importeure und Hersteller von Chemikalien grundsätzliche Gesundheits- und Sicherheitstests mit ihren Produkten durchführten (EURACTIV vom 13. Dezember 2006), kam es zu Bedenken, dass die Industrie eine Abschwächung erfahren könne. Diese Bedenken wurden durch die zunehmende Konkurrenz von aufstrebenden Volkswirtschaften mit geringen Kosten wie in China, Indien und den Golfstaaten weiter verstärkt.
Die Gruppe wird deshalb untersuchen, wie attraktive Investitionen in Europa unter Berücksichtigung der Aufrechterhaltung der hohen Beschäftigungsquote in der Branche fortgesetzt werden könnten.
Zweitens wird die Gruppe herausfinden wollen, wie das Profil des Sektors angehoben werden kann. Die Branche wird nach Angaben der Kommission von den Bürgern oftmals negativ wahrgenommen, trotz der Tatsache, dass sie den Großteil ihres Alltags durch ihre Beiträge sowohl zu traditionellen Bereichen wie der Landwirtschaft, der Baubranche, Textilien- und Schuhherstellung als auch zu hoch technologisierten Industrien wie der Automobilbranche, dem modernen Gesundheitswesen und der Elektronik gestaltet.
Schließlich wird die Gruppe auch darauf eingehen, wie dieser höchst kostenintensive Sektor an die Herausforderungen angepasst werden kann, die durch den Klimawandel aufkommen, während gleichzeitig sein Potential, energiesparende Technologien, einschließlich Biokraftstoffen, zu entwickeln, genutzt werden kann.
Der Vizepräsident der Europäischen Kommission Günter Verheugen, welcher der Gruppe vorsitzen wird, sagte, dass die Chemieindustrie der EU gegenwärtig weltweit eine Führungsposition innehabe und einen enormen Beitrag zu Wachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa leiste. Es gebe jedoch deutliche Anzeichen dafür, dass sie mit unvorhergesehenen Herausforderungen sowohl durch die Auswirkungen des Klimawandels als auch durch die Erwartungen der Bürger konfrontiert sei. Mit der Initiative wolle man die richtigen Rahmenbedingungen für die Chemieindustrie herstellen, damit sie weiterhin auf nachhaltiger Basis in der EU arbeiten und in sie investieren könne.