Neue slowakische Regierung setzt Entrussifizierung der Kernenergie fort

Trotz des Widerstands der slowakischen Nationalisten steht die neugewählte slowakische Regierung von Robert Fico (Smer) weiter hinter der Umstellung von russischem auf amerikanischen und französischen Kernbrennstoff, so Wirtschaftsministerin Denisa Saková.

/ EURACTIV.sk
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Der Vorsitzende der Slowakischen Nationalpartei, Andrej Danko, nannte die Abkehr von russischem Kernbrennstoff vor den Wahlen ein "Märchen" und fügte hinzu, dass dies nicht so einfach sei wie ein Ölwechsel bei einem Auto. Die neue slowakische Regierung möchte den Plan jedoch trotzdem weiterverfolgen. [Shutterstock/MorphoBio]

Trotz des Widerstands der slowakischen Nationalisten steht die neugewählte slowakische Regierung von Robert Fico (Smer) weiter hinter der Umstellung von russischem auf amerikanischen und französischen Kernbrennstoff, so Wirtschaftsministerin Denisa Saková.

Der Vorsitzende der Slowakischen Nationalpartei (SNP), Andrej Danko, nannte die Abkehr von russischem Kernbrennstoff vor den Wahlen ein „Märchen“ und fügte hinzu, dass dies nicht so einfach sei wie ein Ölwechsel bei einem Auto.

Obwohl die SNP Teil der neuen slowakischen Regierungskoalition ist, wird diese den Plan dennoch weiterverfolgen.

„Ja, diese Zusage gibt es, und zwar nicht nur von der Slowakischen Republik, sondern auch von der Europäischen Union“, sagte Saková laut Denník N. Sie habe die Umstellung auch mit dem Direktor des Kraftwerks Slovenské elektrárne diskutiert.

Das Kraftwerk hatte im August Pläne für eine Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Westinghouse angekündigt. Bislang ist die Slowakei ausschließlich auf russischen Kernbrennstoff angewiesen, was als besonders problematisch gesehen wird, da fast 60 Prozent der erzeugten Energie in der Slowakei auf Atomkraft basiert.

Die ersten Brennstofflieferungen aus den USA dürften innerhalb eines Jahres erfolgen. Sie müssen zunächst ein Genehmigungsverfahren durchlaufen.

Das Kraftwerk unterzeichnete außerdem eine Kooperationsvereinbarung mit dem französischen Unternehmen Framatom.

Der französische Botschafter Pascal le Deunff bestätigte die französisch-slowakischen Pläne in einem Interview mit Euractiv Slovakia. „Wir stehen in Kontakt mit slowakischen Unternehmen, die Teil der Lieferkette für den neuen Kernbrennstoff werden könnten“, betonte der Botschafter.

Er fügte hinzu, dass das staatliche Unternehmen Électricité de France (EDF), das französische Kernkraftwerke betreibt, mit der Slowakei zusammenarbeiten möchte, um das nukleare Ökosystem zu entwickeln.

Einer der möglichen Knackpunkte beim Bau einer neuen Quelle ist jedoch die Lagerung abgebrannter Kernbrennstoffe. Derzeit gibt es in Europa kein einziges voll funktionsfähiges Tiefenlager. Frankreich verfügt über drei oberirdische Endlager, aber ein Tiefenlager befindet sich noch in der Planungsphase. Es soll die Gesamtheit des in Frankreich produzierten Brennstoffs aufnehmen.

Zur Zusammenarbeit mit der Slowakei in dieser Frage sagte der Botschafter, es handele sich jedoch nur um erste Gespräche mit der slowakischen Seite und nicht um konkrete Lösungen.