Neue kaspische Pipeline soll Energieversorgung des Westens sichern [DE]
Energiekommissar hat am 25. Mai an der Einweihung einer kaspischen Pipeline teilgenommen, deren geopolitische Bedeutung riesig ist.
Energiekommissar hat am 25. Mai an der Einweihung einer kaspischen Pipeline teilgenommen, deren geopolitische Bedeutung riesig ist.
Die 1768 km lange Pipeline Baku-Tbilissi-Ceyhan (BTC) verbindet das Kaspische Meer mit dem Mittelmeer. Sobald sie ganz fertig gestellt ist, soll sie pro Tag über eine Million Tonnen Erdöl (ungefähr 1 Prozent der globalen Gesamtförderung) befördern.
Die geopolitische Bedeutung der Pipeline kann nicht unterschätzt werden. Die neue ‚Seidenstraße des 21. Jahrhunderts’ (nach Ansicht des türkischen Präsidenten Ahmet Necdet Sezer) wird einige arme Länder in der Region in wohlhabende Energiestaaten verwandeln und die politische Machtbalance damit ändern. Russland, welches an dem Projekt nicht teilnimmt, ist sowohl wirtschaftlich als auch politisch einer der größten Verlierer des Projekts. Die USA, die den BAU der BTC kräftig unterstützt haben, hat ein starkes Interesse, seine Militärpräsenz in diesem strategisch sehr wichtigen Gebiet zu sichern.
Die kaspische Pipeline wurde hauptsächlich gebaut, die Rohstoffabhängigkeit des Westens von dem politisch unstabilen Mittleren Osten und den OPEC-Ländern zu verringern. Mit ihr verfolgen die USA und die EU das Ziel, die Sicherheit ihrer Energieversorgung zu sichern. Der ursprüngliche Enthusiasmus bezüglich der Ölreserven ist jedoch weitgehend verschwunden. Energieexperten der American Energy Information Administration (EIA) schätzen, dass sich die Ölreserven der Region auf zwischen 17 und 33 Milliarden Tonnen belaufen (vergleichbar mit denjenigen der Nordsee) und mehrere Ölkonzerne haben daher beschlossen, sich aus der Region zurückzuziehen. Einige stellen sogar die wirtschaftliche Tragfähigkeit des BTC-Projekts, das etwa 2,5 Milliarden Euro kostet, infrage.