Neue EU-Regeln für Flüssigkeiten im Handgepäck
Ab dem 29. April werden die EU-Beschränkungen für Flüssigkeiten im Handgepäck leicht gelockert. Spätestens ab 2013 sollen Flugpassagiere wieder Wasserflaschen & Co. mitführen dürfen. Allerdings könnte die mangelhafte Leistungsfähigkeit der Screening-Maschinen die öffentliche Sicherheit potenziell gefährden, warnt der Europäische Flughafenverband ACI Europe.
Ab dem 29. April werden die EU-Beschränkungen für Flüssigkeiten im Handgepäck leicht gelockert. Spätestens ab 2013 sollen Flugpassagiere wieder Wasserflaschen & Co. mitführen dürfen. Allerdings könnte die mangelhafte Leistungsfähigkeit der Screening-Maschinen die öffentliche Sicherheit potenziell gefährden, warnt der Europäische Flughafenverband ACI Europe.
Schnell noch ein Schluck aus der Wasserflasche, dann landet sie zusammen mit täglich etwa sechs Tonnen Flüssigkeiten in den Mülltonnen deutscher Flughäfen. Die Flugpassagiere entsorgen damit seit knapp fünf Jahren Flüssigkeiten in einem Warenwert von wöchentlich etwa zwei Millionen Euro, schätzt der deutsche Flughafenverband ADV.
Nach den vereitelten Terroranschlägen in London war im November 2006 ein Verbot zur Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck eingeführt worden. Am morgigen Freitag (29. April) wird diese Beschränkung planmäßig leicht gelockert.
Von den neuen EU-Regeln profitieren – zumindest theoretisch – Flugpassagiere, die außerhalb der EU einchecken und Flüssigkeiten in einer versiegelten Plastiktüte, sogenannten "security tamper evident bags" (STEBs) als Handgepäck mit sich führen. Ab morgen können diese Passagiere ihre STEBs behalten, wenn sie an einem europäischen Flughafen umsteigen. Für Fluggäste, die an einem Flughafen in Deutschland oder einem anderen EU-Land einchecken, ändert sich vorläufig nichts.
Verunsicherung der Fluggäste
Neue Kontrollgeräte für Flüssigkeiten sollen die Sicherheit der Passagiere garantieren. Der deutsche Flughafenverband ADV und der europäische Flughafenverband ACI Europe sind skeptisch. "ACI Europe ist der Auffassung, dass diese Neuregelungen die öffentliche Sicherheit potenziell gefährden", heißt es in einer Mitteilung von ACI Europe.
Zudem haben offenbar erst vier EU-Länder – Deutschland, Dänemark, Finnland und Schweden – die entsprechenden Screening-Maschinen an den Flughäfen installiert. Frankreich und Großbritannien behalten das Verbot bei, informierte heute die EU-Kommission.
"Für Passagiere bedeutet dies, dass abhängig vom Ort des Umsteigens und des nächsten Zieles unterschiedliche Regelungen Anwendung finden werden. Dies wird zu einer weiteren Verunsicherung der Fluggäste beitragen", heißt es bei ACI Europe.
Keine Beschränkungen ab 2013
Spätestens ab April 2013 soll es auf allen Flughäfen in Europa neue Kontrollgeräte für Flüssigkeiten geben. Passagiere könnten dann ihre Wasserflasche wieder im Handgepäck behalten. Allerdings müssten dazu auf allen EU-Flughäfen Geräte für die Kontrolle von Flüssigkeiten installiert werden, um die öffentliche Sicherheit garantieren.
mka
Links
EU-Kommission: Verkehr: EU vereinfacht und optimiert Vorschriften für Sicherheitskontrollen auf Flughäfen (29. April 2010)