Neue EU-Aufenthaltsgenehmigungen stiegen 2021 auf Vor-Pandemie-Niveau
Die Zahl der erstmals erteilten Aufenthaltsgenehmigungen in der EU ist im vergangenen Jahr fast auf das Vor-Pandemie-Niveau gestiegen. Polen lag dabei an der Spitze, was vor allem auf die Arbeitsmigration zurückzuführen war, während Frankreich vor allem Studierende anzog.
Die Zahl der erstmals erteilten Aufenthaltsgenehmigungen in der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr fast auf das Niveau von vor der Pandemie gestiegen. Polen lag dabei an der Spitze, was vor allem auf die Zuwanderung von Arbeitskräften zurückzuführen war, während Frankreich vor allem Studierende anzog, wie das EU-Statistikamt am Dienstag (9. August) mitteilte.
Trotz der anhaltenden Pandemie stieg die Zahl der ersten Aufenthaltsgenehmigungen in der EU für Bürger:innen aus Nicht-EU-Ländern im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent auf 2.952.300 und lag damit nur geringfügig unter den 2.955.300 Genehmigungen, die 2019 erteilt wurden.
Dieser Anstieg ist vor allem auf die Bereiche Erwerbstätigkeit – auf die 2021 1,3 Millionen Genehmigungen entfielen – und Bildung zurückzuführen.
Polen stellte fast eine Million Erstaufenthaltsgenehmigungen aus – 33 Prozent der Gesamtzahl des Blocks – von denen 790.100 arbeitsbezogen waren, darunter 666.300 Ukrainer:innen.
Es folgten Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland und die Niederlande. Zusammen machten die sechs Mitgliedstaaten etwa drei Viertel aller 2021 in der EU erteilten Genehmigungen aus.
Die Ukrainer:innen erhielten im vergangenen Jahr die meisten neuen Aufenthaltsgenehmigungen, etwa 30 Prozent aller erteilten Aufenthaltstitel. Es folgten Bürger:innen aus Marokko und Belarus, die zusammen 10 Prozent erhielten.
Frankreich war bei weitem das beliebteste Ziel für Studierende aus Nicht-EU-Ländern. 90.600 neu Aufenthaltsgenehmigungen wurden im Jahr 2021 erteilt, hauptsächlich an chinesische Bürger:innen.
Die Zahl der Genehmigungen für syrische und brasilianische Staatsangehörige ging 2021 um 14 beziehungsweise 2 Prozent zurück.
Laut dem EU-Statistikamt Eurostat waren die geografische Nähe, historische und sprachliche Verbindungen oder ein etabliertes Migrantennetzwerk ausschlaggebend für die Wahl des Landes für viele neue Migrant:innen.
Das benachbarte Polen war das Hauptziel für Ukrainer:innen und Belaruss:innen, während sich marrokanische, brasilianische und kolumbianische Einwanderer in Frankreich, Portugal und Spanien niederließen.