Neue Biotechnologiefirmen wollen US-Finanzierung
Ehrgeizige europäische Biotechnologieunternehmen würden sich nach wie vor an die USA wenden, wenn sie große Summen an Risikokapital brauchen, so EU-Beamte. Sie befürchten, dass das heimische Talent den Atlantik überquert.
Ehrgeizige europäische Biotechnologieunternehmen würden sich nach wie vor an die USA wenden, wenn sie große Summen an Risikokapital brauchen, so EU-Beamte. Sie befürchten, dass das heimische Talent den Atlantik überquert.
Es ist nicht nur einfacher für neue Wachstumsunternehmen, Finanzierung in den USA zu erhalten – was junge, forschungsgerichtete Unternehmen dazu bringt, Europa zu verlassen – sondern Europas eigene Risikokapitalindustrie verliert weiterhin die Expertise von talentierten Fondsmanagern.
Bei einer Konferenz zu Innovation in der Gesundheitspflege, sagte Guilia Del Brenna der Abteilung für Unternehmen in der Europäischen Kommission, dass Biotech-KMU eine Hauptquelle von Dynamik seien, doch dass diese in Europa einen schweren Stand hätten.
Sie sagte, dass die wirtschaftlichen Aussichten sich in den USA bereits erholten, doch dass Europa weiterhin durch strukturelle Probleme, die der aktuellen Krise vorausgingen, gelähmt sei.
„Wir haben eine Finanzierungslücke. Es wird gesagt, dass es einfach sei, die ersten drei Millionen Euro zu finden, und dass es harte Arbeit sei, auf 25 Millionen Euro zu kommen – doch danach gehe man besser in die USA. Und das ist genau das, was wir nicht wollen.“
Neben strukturellen Problemen in der Risikokapitalindustrie sprach Del Brenna das Thema an, dass einige von Europas besten Risikokapitalanlegern momentan in den USA arbeiteten.
„Wir müssen die benötigten Fähigkeiten und Expertise entwickeln, um Risiken zu kalkulieren und zu investieren. Um diese Art Risiken einzugehen, muss man den Sektor kennen – das bedeutet, die Wissenschaft, den Regulierungsweg und sogar die Rückerstattungsstrategien in 27 Mitgliedsstaaten zu verstehen.“
Del Brenna sagte, dass die Kommission versuche, Investitionen in frühe Biopharmazeutische Unternehmen für Mikro-Fonds-Unternehmensgründungen attraktiver zu gestalten und Hürden in transnationalen Operationen von Risikokapitalfonds abzubauen.
Etwa 6 Milliarden Euro sind für Gesundheitsforschung im Rahmenprogramm der EU (FP7) vorgesehen, davon sollen etwa 15 Prozent an KMU gehen. Davon unabhängig wurden 2 Milliarden Euro in die Innovative Medikamentinitiative (IMI) investiert – eine öffentlich-private Partnerschaft, die Unternehmen und Experten zusammenführen soll, um bei Forschungsprojekten im Stadium vor dem Wettbewerb zu kollaborieren.