Nehammer: Montenegro unternimmt "enorme Anstrengungen" auf dem Weg in die EU

Der Premierminister Montenegros, Dritan Abazović, äußerte bei seinem ersten offiziellen Besuch in Wien am Donnerstag den Wunsch nach einem baldigen EU-Beitritt seines Landes.

Euractiv.de
Chancellor Scholz Receives Austrian Chancellor Nehammer in Berlin
Österreich setzt sich aktiv für den Beitrittsprozess aller Westbalkanstaaten ein. Im Mittelpunkt des Treffens standen neben der EU-Annäherung und dem Ukrainekrieg auch die Vertiefung der bilateralen Beziehungen. [EPA-EFE/Steffi Loos]

Der Premierminister Montenegros, Dritan Abazović, äußerte bei seinem ersten offiziellen Besuch in Wien am Donnerstag den Wunsch nach einem baldigen EU-Beitritt seines Landes.

Österreich setzt sich aktiv für den Beitrittsprozess aller Westbalkanstaaten ein. Im Mittelpunkt des Treffens standen neben der EU-Annäherung und dem Ukrainekrieg auch die Vertiefung der bilateralen Beziehungen.

„Montenegro hat den Ehrgeiz, der nächste Mitgliedstaat der EU zu werden“, sagte Abazović am Donnerstag. Er bezeichnete Österreich als den „größten Freund unseres Landes.“

Bundeskanzler Karl Nehammer betonte das Engagement Österreichs für eine beschleunigte Annäherung der Westbalkanstaaten und sagte, die Region sei nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch wirtschaftlich wichtig.

Montenegro in diesem Prozess zu begleiten, sei „einfach, weil Montenegro enorme Anstrengungen unternimmt, um die Anforderungen der EU erfüllen zu können“, so Nehammer.

Die Ukraine, die Republik Moldau und Georgien erhielten auf dem letzten EU-Gipfel den Status eines Beitrittskandidaten. Den Westbalkanstaaten wurde jedoch erneut ein „volles und eindeutiges Bekenntnis zur EU-Beitrittsperspektive der Westbalkanländer“ gegeben, was in der Praxis keinerlei Fortschritte bedeutete.

Die westlichen Balkanstaaten äußerten ihre Frustration über den festgefahrenen EU-Erweiterungsprozess, fast zwei Jahrzehnte nachdem ihnen eine mögliche EU-Mitgliedschaft versprochen wurde.

Abazović erklärte, Montenegro könnte bereits Mitglied der EU sein, wenn die früheren Regierungen die Korruption energischer bekämpft hätten.