Nato will stärker vor Internetangriffen schützen [DE]

Die Nato habe entschieden, ein neues Organ zu schaffen, um die Reaktionen auf Angriffe im Internet zu koordinieren, die gegen die Mitglieder des Militärbündnisses gerichtet seien. Außerdem wolle das Bündnis damit Informationen sammeln, die derartige Anschläge künftig verhindern sollten, so ein Vertreter der Nato.

Die Nato habe entschieden, ein neues Organ zu schaffen, um die Reaktionen auf Angriffe im Internet zu koordinieren, die gegen die Mitglieder des Militärbündnisses gerichtet seien. Außerdem wolle das Bündnis damit Informationen sammeln, die derartige Anschläge künftig verhindern sollten, so ein Vertreter der Nato.

Es wird erwartet, dass die Entscheidung im Rahmen des Nato-Gipfels getroffen werden wird, der im April 2008 in Bukarest, Rumänien, stattfinden wird. Man sei sich einig, ein neues Organ zu schaffen, über das Informationen ausgetauscht und Maßnahmen gegen Internetkriminalität koordiniert werden sollten, sagte Generalmajor Georges D’Hollander, der die für derartige Leistungen zuständige Nato-Agentur leitet.

Die erste Aufgabe der neuen Behörde werde darin bestehen, Informationen über Internetkriminalität und potentielle Terrorakte im Internet zu sammeln. Man müsse als erstes in der Lage sein, herauszufinden, wer hinter dem Angriff stehe, sagte D’Hollander während einer Konferenz, die vom Think Tank Security and Defence Agenda (SDA) organisiert wurde.

Es in der Tat oft sehr schwierig, herauszufinden, woher eine Attacke stammt. Vor kurzem sei ein Angriff auf einen staatlichen Server im Vereinigten Königreich verübt worden, von dem ursprünglich angenommen worden sei, er stamme aus Nordkorea oder Lettland. Später habe man herausgefunden, dass er von einem 16-jährigen Jugendlichen aus London ausgeführt worden sei, erklärte Professor Peter Sommer. Er ist Experte für die Sicherheit von Informationssystemen an der London School of Economics (LSE).

Gleichzeitig müsse das Bündnis seine koordinierte Reaktion im Fall eines Angriffs verbessern. Dieser Bereich scheine unter den Artikel 4 zu fallen, sagte General D’Hollander. In Artikel 4 des Nato-Vertrags heißt es: „Die Parteien werden einander konsultieren, wenn nach Auffassung einer von ihnen die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit einer der Parteien bedroht ist.“

Bisher habe sich die Nato bei ihren Bemühungen gegen Internetangriffe auf den Schutz ihrer eigenen Kommunikationssysteme konzentriert. Die Frage sei nun, ob man die Kontrolle auf andere sensible Infrastrukturen ausweiten werde, sagte ein Bediensteter der Nato gegenüber EURACTIV.

Bei einem jüngsten Angriff auf Estland, das über eine der am stärksten vom Internet abhängigen Volkswirtschaften der Welt verfügt, wurden die Server der nationalen Bank und öffentliche Internetseiten blockiert. In seinem Land würden 90% der Steuererklärungen über das Internet eingereicht, erklärte der estnische Verteidigungsminister Jaak Aaviksoo. Man könne sich leicht das Gefühl der Verwundbarkeit vorstellen, das aufgekommen sei, als diese Dienstleistungen aufgrund eines Angriffs außer Betrieb gesetzt worden seien.