NATO-Vorsitz: Litauens Premierministerin ist mit im Rennen

Da die Amtszeit von Jens Stoltenberg im September zu Ende geht, ist die NATO derzeit auf der Suche nach einem neuen Vorsitzenden. Die litauische Premierministerin Ingrida Šimonytė gilt dabei als mögliche Kandidatin für den begehrten Posten. 

LRT.lt mit EURACTIV
Meeting of Prime Ministers of the Baltic Council of Ministers
Zu den weniger häufig genannten möglichen Nachfolgern von Stoltenberg zählt auch die litauische Ministerpräsidentin Šimonytė. [TOMS KALNINS/EPA]

Da die Amtszeit von Jens Stoltenberg im September zu Ende geht, ist die NATO derzeit auf der Suche nach einem neuen Vorsitzenden. Die litauische Premierministerin Ingrida Šimonytė gilt dabei als mögliche Kandidatin für den begehrten Posten. 

Die bereits verlängerte Amtszeit Stoltenbergs läuft im September aus. Medienberichten zufolge ist die am häufigsten diskutierte Option, dass seine Amtszeit ein weiteres Mal verlängert wird.

Als potenzielle Nachfolger gelten der niederländische Premierminister Mark Rutte, der estnische Premierminister Kaja Kallas und der britische Verteidigungsminister Ben Wallace.

Zu den dritten, weniger häufig genannten Kandidaten gehören die litauische Ministerpräsidentin Šimonytė, die slowakische Präsidentin Zuzana Čaputová oder die Kommissions Präsidentin Ursula von der Leyen.

Der neue NATO-Generalsekretär wird die schwierige Aufgabe haben, die Interessen aller Mitglieder auszubalancieren, die Fortsetzung der militärischen Unterstützung für die Ukraine sicherzustellen, die Verteidigungskapazitäten der NATO zu erhöhen, sowie das Bündnis formal außerhalb des Konflikts zu halten.

Bisher waren alle Führungspersönlichkeiten des Bündnisses Männer, so dass nun der Druck wächst, eine Frau an seine Spitze zu stellen.

Die meisten Führungspersönlichkeiten stammten aus westlichen Ländern, die jüngsten aus Dänemark, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Daher fordern einige Verbündete nun eine Vertreterin aus anderen Regionen, insbesondere aus Osteuropa.

Auch innerhalb des Bündnisses gibt es Vorbehalte gegenüber einer Verlängerung von Stoltenbergs Amtszeit, da die Wahl eines neuen NATO-Chefs dann mit den Präsidentschaftswahlen in der EU und den USA zusammenfallen würde.

Die ehemalige litauische Präsidentin Dalia Grybauskaitė wurde in den westlichen Medien bereits als mögliche NATO-Vorsitzende genannt, betonte jedoch bei einer Veranstaltung, dass ihre harte Haltung gegenüber Russland sie davon abhalte, den Posten zu übernehmen.

Auch kanadische Politiker wurden als mögliche Nachfolger Stoltenbergs genannt, aber Ottawas niedrige Verteidigungsausgaben könnten ein Hindernis darstellen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei EURACTIVs Medienpartner LRT.lt.