Nato kritisiert russische Nuklear-Drohung gegen Dänemark

Die Nato hat Drohungen Russlands gegen Dänemark scharf kritisiert. Vom Zeitpunkt, Ton und Inhalt der Erklärungen des russischen Botschafters in Dänemark sei man "überrascht".

Euractiv.de
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Nato-Pressesprecherin Oana Lungescu.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und Nato-Pressesprecherin Oana Lungescu. [© dpa]

Die Nato hat Drohungen Russlands gegen Dänemark scharf kritisiert. Vom Zeitpunkt, Ton und Inhalt der Erklärungen des russischen Botschafters in Dänemark sei man „überrascht“.

Solche Äußerungen seien nicht vertrauensbildend und trügen nicht zu Frieden oder Stabilität bei, sagte Nato-Sprecherin Oana Lungescu am Sonntag. Dänemark sei ein zuverlässiges Mitglied der Allianz. Die Nato werde alle Verbündeten gegen jegliche Bedrohungen verteidigen.

Der russische Botschafter in Kopenhagen, Michail Wanin, hatte mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht, falls Dänemark sich dem Nato-Programm für einen Raketenschutzschild anschließt. „Wenn das passiert, werden dänische Kriegsschiffe zu Zielen für russischen Nuklearraketen“, sagte Wanin in einem Interview der Zeitung „Jyllands-Posten“.

Die Nato habe klar gemacht, dass sich die Raketenverteidigung nicht gegen Russland oder irgendein anderes Land richte, sagte Lungescu. Das Programm sei zur Verteidigung gegen Raketenbedrohungen gedacht. „Diese Entscheidung wurde vor langer Zeit getroffen. Wir sind also überrascht vom Zeitpunkt, Ton und Inhalt der Erklärungen des russischen Botschafters in Dänemark.“

Die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland sind wegen des Ukraine-Konflikts so schlecht wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr.

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