NATO fördert Gesundheitstechnologien mit Dual-Use-Funktion

Die NATO fördert drei Start-ups aus dem Gesundheitsbereich im Rahmen ihres Innovationsprogramms DIANA. Damit rückt das Militärbündnis gezielt Dual-Use-Technologien aus dem Gesundheitssektor in den Fokus.

EURACTIV.com
[EPA/SOEREN STACHE]

Die NATO fördert drei Start-ups aus dem Gesundheitsbereich im Rahmen ihres Innovationsprogramms DIANA. Damit rückt das Militärbündnis gezielt Dual-Use-Technologien aus dem Gesundheitssektor in den Fokus.

Insgesamt 15 Firmen erhalten fortlaufende Förderung durch den Defence Innovation Accelerator for the North Atlantic (DIANA), wie die Agentur am Mittwoch bekanntgab. Darunter: das französische Start-up MANITTY, das US-Biotechunternehmen Swaza sowie der britische Healthtech-Anbieter 52 North Health – alle mit Projekten an der Schnittstelle von Gesundheit und Verteidigung.

Die ausgewählten Firmen werden im Rahmen der zweiten DIANA-Phase in diesem Jahr weiter von der Allianz unterstützt, um neue Technologien voranzutreiben.

DIANA konzentriert sich auf Start-ups mit potenziell disruptiven Dual-Use-Technologien, die NATO und Mitgliedsstaaten nutzen könnten. Die Auswahl der drei Health-Unternehmen in diesem Jahr zeigt: Im Fokus stehen Leistungs- und Stressmessungen am Menschen sowie Fortschritte in der Medizin.

So habe MANITTY laut DIANA eine KI-gestützte Technologie entwickelt, die „Vitalparameter und Gehirnaktivität kontinuierlich erfasst und frühe Anzeichen einer Verschlechterung erkennt“.

52 North Health bietet ein Verfahren, um im Falle eines Nuklearangriffs Kontaminierte zu identifizieren und Blutwerte zu analysieren – mit dem Ziel, „fernmedizinisches Triage- und Monitoring von Strahlenrisikopatienten“ zu ermöglichen und so „medizinische Resilienzfähigkeiten zu stärken“.

Swaza wiederum habe eine Lösung gefunden, die Patienten das Atmen ohne Beatmungsgeräte oder Sauerstoffflaschen ermögliche.

Jedes der aus der ursprünglichen Kohorte von 73 ausgewählten Unternehmen erhält 300.000 Euro sowie zusätzliche Unterstützung bei Investorenzugang und Anwendungsentwicklung – plus fortgesetzten Zugang zu NATO-Testzentren.

Das NATO-Accelerator-Programm zeigt damit anhaltendes Interesse an der Gesundheitsbranche. Für 2026 führt DIANA „Human Resilience und Biotechnologien“ als Schwerpunktfelder auf, um „Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Menschen zu schützen und zu steigern“ und ihn besser auf extreme physische und mentale Belastungen vorzubereiten.

Bereits im Sommer hatte der NATO-Innovationsfonds 30 Millionen Euro in das britische Biotech-Unternehmen Portal Biotech investiert, das nach NATO-Angaben Verfahren zur Beschleunigung von Arzneimittelentwicklung und Diagnostik entwickelt hat.

(cp, bts, jl)