NATO-Beitritt: Schweden erhöht Verteidigungshaushalt drastisch

Der schwedische Verteidigungshaushalt wird 2024 um mehr als 27 Milliarden SEK (2,2 Milliarden Euro) aufgestockt. Damit würden die Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des BIP steigen und die Zielvorgabe der NATO erfüllt, wie die Regierung am Montag mitteilte.

Euractiv.com
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"Wir stehen vor historischen Herausforderungen in der Verteidigungspolitik", sagte der schwedische Verteidigungsminister Pål Jonsson. [Shutterstock/Alexandros Michailidis]

Der schwedische Verteidigungshaushalt wird 2024 um mehr als 27 Milliarden SEK (2,2 Milliarden Euro) aufgestockt. Damit würden die Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des BIP steigen und die Zielvorgabe der NATO erfüllt, wie die Regierung am Montag mitteilte.

Genau ein Jahr nach den letzten Parlamentswahlen gab die schwedische Regierung am Montag (11. September) ihre Entscheidung bekannt, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen – und zwar deutlich stärker als zuvor angekündigt.

„Wir stehen vor historischen Herausforderungen in der Verteidigungspolitik“, sagte der schwedische Verteidigungsminister Pål Jonsson. Schweden werde „die Arbeit an der größten Aufrüstung der Verteidigungskräfte seit den 1950er Jahren intensivieren.“

Der starke Anstieg des Verteidigungshaushalts ist vor allem auf den Beschluss zur Aufrüstung der Streitkräfte und den erwarteten NATO-Beitritt zurückzuführen.

Auf einer Pressekonferenz bezeichnete der schwedische Minister die neue Verteidigungslinie als direkte Folge der sich verschlechternden Sicherheitslage nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine, da die schwedischen Streitkräfte in Form von Ressourcentransfers, Auslandsüberwachung und Übungen stärker unter Druck geraten seien.

„Wir haben heute eine Verteidigungseinheit, die sehr hart arbeitet“, sagte er. „Wir sind uns dessen bewusst, und sie müssen gestärkt werden.“

Die erwartete NATO-Mitgliedschaft Schwedens wird laut Jonsson in mehrfacher Hinsicht auch zu höheren Kosten führen. Als Beispiel führt er an, dass fast 250 Offiziere in die Kommandostrukturen der NATO entsandt werden müssen.

„Dies wird schrittweise geschehen und erfordert ein erhöhtes Angebot an Personal“, so Jonsson.