Nationalist liegt bei Serbiens Präsidentschaftswahl vorn [DE]

Der Nationalist Tomislav Nikoli? hat in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Serbien am Sonntag die meisten Stimmen für sich gewonnen. Er ließ das amtierende Staatsoberhaupt Boris Tadic somit hinter sich. Es ist jedoch keinem der beiden Spitzenkandidaten gelungen, eine absolute Mehrheit für sich zu entscheiden. Somit wird die Wahl im zweiten Durchgang im Februar entschieden werden.

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Der Nationalist Tomislav Nikoli? hat in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Serbien am Sonntag die meisten Stimmen für sich gewonnen. Er ließ das amtierende Staatsoberhaupt Boris Tadic somit hinter sich. Es ist jedoch keinem der beiden Spitzenkandidaten gelungen, eine absolute Mehrheit für sich zu entscheiden. Somit wird die Wahl im zweiten Durchgang im Februar entschieden werden.

Laut der ersten Wahlergebnisse hat der pro-russische Nationalist Nikoli? der Serbischen Radikalen Partei während dem Wahlgang am Sonntag (21. Januar 2008) 39,6% der Stimmen für sich entschieden. Sein größter Konkurrent und pro-westliche Amtsinhaber Boris Tadic der Demokratischen Partei hat 35,5% der Stimmen erhalten. Die Wahl erreichte eine Rekordbeteiligung von 61%, herbeigeführt durch die sich zuspitzende Debatte über die Trennung des Kosovo.

Es wird erwartet, dass der Kosovo in den kommenden Wochen unilateral seine Unabhängigkeit erklärt. Die internationale Gemeinschaft ist gespalten über die Anerkennung dieses Schrittes. Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten wird jedoch vermutlich die Unabhängigkeit des Kosovo, wenn diese einmal ausgerufen ist, anerkennen.

Beide Präsidentschaftskandidaten stehen einem unabhängigen Kosovo ablehnend gegenüber. Während Nikoli? eine radikalere Haltung annimmt und engere Beziehungen mit Russland befürwortet (Russland hat bisher die serbische Ablehnung einer Unabhängigkeit des Kosovo verteidigt), wird Tadic als der liberalere und pro-europäische Kandidat verstanden.

Nikoli? sagte im serbischen Fernsehen, Serbien habe sowohl für Europa als auch für Russland gestimmt. Der Weg nach Russland sei zum aktuellen Zeitpunkt offener, aber er werde den Weg in die Europäische Union öffnen.

Unterdessen sagte der amtierende Tadic, dass die Wahlen wichtig seien, um zu zeigen, dass Serbien unter keinen Umständen seinen europäischen Kurs aufgeben werde, den das Land bereits 2000 eingeschlagen habe.

Die beiden Kandidaten stehen vor einer engen Stichwahl im zweiten Wahlgang am 3. Februar 2008. Der serbische Premierminister Vojislav Koštunica, der den drittplazierten Kandidaten unterstützte, hat sicher bisher nicht dazu geäußert, welchen der beiden Kandidaten er favorisiert. Laut Beobachtern würde diese Unterstützung im zweiten Wahldurchgang entscheidend sein.