Nach Blockade Spaniens: Ungarisches Unternehmen zieht Angebot für Zughersteller zurück
Der ungarische Zusammenschluss der Lokomotiv- und Waggonfabrik Ganz-MaVag hat am Freitag (30. August) sein Angebot für den spanischen Zughersteller Talgo zurückgezogen. Spanien hatte die Übernahme aus Gründen der nationalen Sicherheit blockiert.
Der ungarische Zusammenschluss der Lokomotiv- und Waggonfabrik Ganz-MaVag hat am Freitag (30. August) sein Angebot für den spanischen Zughersteller Talgo zurückgezogen. Spanien hatte die Übernahme aus Gründen der nationalen Sicherheit blockiert.
Die spanische Regierung hatte die Übernahme in Höhe von 619 Milliarden Euro Anfang der Woche, am Dienstag (27. August), mit dem Hinweis auf „Risiken für die nationale Sicherheit und die öffentliche Ordnung“ blockiert.
In einer Erklärung kündigte Ganz-MaVag an, die Entscheidung der spanischen Regierung vor Gericht anzufechten. Außerdem erklärten sie, dass es in Zukunft ein neues Angebot in Betracht ziehen werden.
Spanische und ungarische Medien haben berichtet, dass der sozialistische spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez über die Verbindungen von Ganz-MaVag zu Ungarns rechtspopulistischer Regierung unter Viktor Orbán besorgt sei. Viele europäische Hauptstädte sehen die enge Verbundenheit zwischen Ungarn und Russland als beunruhigend an.
Ungefähr die Hälfte des Ganz-MaVag Zusammenschlusses gehört Corvinus, einer staatlichen ungarischen Investmentfirma.
Am Donnerstag (29. August) distanzierte sich die EU-Kommission von Madrids Entscheidung, den Kauf zu blockieren.
„Die Vorrechte für solche Entscheidungen liegen bei den Mitgliedsstaaten“, sagte Kommissionssprecherin Francesca Dalboni. „Die Kommission muss die Entscheidung Spaniens, ein Veto gegen diese Übernahme einzulegen, nicht im Voraus genehmigen.“
Dalboni fügte hinzu, dass das EU-Recht es den Staaten erlaube, solche Geschäfte aus Gründen der öffentlichen Sicherheit zu blockieren, solange die Maßnahmen „gerechtfertigt und dem verfolgten Ziel angemessen“ seien.
Die Talgo-Aktien fielen nach der Entscheidung vom Dienstag deutlich und sanken von 4,26 Euro pro Aktie auf einen Tiefstand von 3,92 Euro. Nach dem Rückzug von Ganz-MaVag am Freitag stiegen die Aktien kurzzeitig auf 3,97 Euro.
[Bearbeitet von Martina Monti/Kjeld Neubert]