Mutmaßlicher serbischer Kriegsverbrecher festgenommen
Der mutmaßliche serbische Kriegsverbrecher Darko Jankovic ist am Sonntag festgenommen worden. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft nach Medienberichten vom Montag in Belgrad. Weitere Informationen und Diskussionen zur aktuellen Lage in der Westbalkan-Region auf der EURACTIV Blogger-Plattform Blogactiv.eu.
Der mutmaßliche serbische Kriegsverbrecher Darko Jankovic ist am Sonntag festgenommen worden. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft nach Medienberichten vom Montag in Belgrad. Weitere Informationen und Diskussionen zur aktuellen Lage in der Westbalkan-Region auf der EURACTIV Blogger-Plattform Blogactiv.eu.
Darko Jankovic wird für schwerste Verbrechen während des Bürgerkrieges in Bosnien-Herzegowina (1991-1995) im ostbosnischen Zvornik verantwortlich gemacht. Mindestens 19 Menschen sollen direkt von Jankovic ermordet worden sein.
Im Juni 2008 waren bereits drei Serben wegen ähnlicher Kriegsverbrechen in dieser Region von einem Belgrader Gericht zu Gefängnisstrafen zwischen drei und 15 Jahren verurteilt worden. Serbien versucht, zahlreiche Missetäter zu fassen und zu verurteilen, die bisher unbehelligt im Land leben konnten. Damit soll die Voraussetzung für eine schnelle Annäherung des Landes an die EU geschaffen werden.
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Zu Bosnien: Valentin Inzko über "Bosnien-Müdigkeit" und "Erweiterungsmüdigkeit".
Zu Serbien und der Westbalkan-Region: Mit Sekt und Selters zur Balkan-Party.
Kriegsverbrecher weiter auf freiem Fuß
Die beiden wichtigsten vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gesuchten serbischen Flüchtlinge sind jedoch immer noch auf freiem Fuß. Der Militärkommandeur der bosnischen Serben, General Ratko Mladic, und der kroatische Serbenführer Goran Hadzic konnten trotz aller Versprechungen immer noch nicht gefasst werden. Zum Jahresende war der Chef des Mladic-Verfolgerteams, der serbische Minister Rasim Ljajic, wegen Erfolglosigkeit zurückgetreten. (siehe EURACTIV.de vom 30. Dezember 2009)
"Wir fahnden ununterbrochen 24 Stunden nach den beiden", versicherte der serbische Sonderstaatsanwalt für Kriegsverbrechen, Vladimir Vuckevic, am Montag der Zeitung "Politika" in Belgrad. Mladic hatte bis 2001 unbehelligt in Belgrad gelebt. Heimische Medien hatten lückenlos dsie Adressen aller seiner Fluchtwohnungen bis zum Jahr 2006 veröffentlicht. Die serbischen Behörden behaupten seitdem, der General sei spurlos verschwunden.
Allerdings nähren die Hintergründe der Festnahme des politischen Führers der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, vor eineinhalb Jahren in Belgrad Zweifel an dieser Version. Bis heute ist unklar, wer Karadzic seine Legende als Wunderheiler und zudem echte Personaldokumente beschafft hat. Karadzic muss sich als Verantwortlicher für die schwersten Menschenrechtsverbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg zur Zeit vor dem UN-Tribunal verantworten.
red/dpa