Montenegro will EU nach Kroatien beitreten
Montenegro, das kleine Land an der Adria, das seine Unabhängigkeit von einer Föderation mit Serbien im Jahr 2006 erlangte, plane, nach Kroatien als nächstes der EU beizutreten, sagte die montenegrinische Botschafterin in Frankreich, Milica Pejanovi?-?uriši?, EURACTIV in einem exklusiven Interview.
Montenegro, das kleine Land an der Adria, das seine Unabhängigkeit von einer Föderation mit Serbien im Jahr 2006 erlangte, plane, nach Kroatien als nächstes der EU beizutreten, sagte die montenegrinische Botschafterin in Frankreich, Milica Pejanovi?-?uriši?, EURACTIV in einem exklusiven Interview.
Montenegro sei im Vergleich zu anderen Ländern weit vorangekommen auf dem Weg zum EU-Beitritt, da Reformen begonnen hätten, noch ehe Beziehungen zwischen Brüssel und Podgorica institutionalisiert worden seien. Pejanovi?-?uriši? fügte hinzu, dass vor dem Jahr 2006 die EU-Aussichten ihres Landes von den Beziehungen zwischen Serbien und der EU abhingen, die nach einer Reihe von Kriegen in der Zeit nach dem Zerfall Jugoslawiens schwierig geworden seien. Montenegro sei von dieser Periode der Gewalt unangetastet geblieben.
Auf die Frage, ob Montenegro Mazedonien überholen könnte, dem der Status des Beitrittskandidaten bereits im Dezember 2005 zugestanden wurde, sagte Pejanovi?-?uriši?, dass in Anbetracht des langsamen Fortschritts in Mazedonien Montenegro sicher bessere Leistungen erzielen könne.
Montenegro habe den Fragebogen der Kommission zur Bereitschaft des Landes, der EU beizutreten, im Dezember 2009 beantwortet und die Antwort der EU-Exekutive werde für das Ende des Jahres oder den Beginn nächsten Jahres erwartet.
Die Diplomatin gab zu, dass die Kommission besonders anspruchsvoll sei, was Fragen der Justiz und des Inneren angehe, und sicherstellen wolle, dass der Rechtsstaat in Montenegro funktioniere. In diesem Zusammenhang erwähnte sie die Bedeutsamkeit von Zwillingsprojekten mit französischen Partnern im Bereich der Justiz.
Auf die Frage nach dem organisierten Verbrechen, da Montenegro häufig als sicherer Hafen für Schmuggel und Geldwäsche erwähnt wird (EURACTIV 19.05.10), sagte Pejanovi?-?uriši?, die gesamte Region leide unter diesem Phänomen, doch kooperiere ihr Land mit dem FBI und Interpol und die Situation bessere sich.
Was den Westbalkangipfel in Sarajewo am 2. Juni angeht (EURACTIV 17.05.10), brauche die Region Zusicherungen über ihre Aussichten für EU-Integration. Im Gegensatz zu einigen Westbalkanstaaten, die die Region als Gruppe auf den EU-Beitritt zu bewegen möchte, ziehe Montenegro das „Regatta-Prinzip“ vor, nach dem das am weitesten fortgeschrittene Land als erstes über die Zielgerade fährt.
Der Visumzwang für Montenegriner wurde zu Weihnachten aufgehoben. Dies sei ein wichtiger symbolischer Schritt gewesen, doch hätten die Bürger bislang aufgrund der Wirtschaftskrise noch keine Gelegenheit gehabt, diese Reisefreiheit auszukosten.
Der Tourismus habe sich leicht erhöht, aber es habe noch keinen massiven Transit in die EU gegeben.
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