Mittelmeerländer-Koalition will Energiepreise unter Kontrolle bringen
Die Premierminister Italiens, Spaniens, Portugals und Griechenlands treffen sich am Freitag zu einem Mittelmeer-Gipfel in Rom. Ziels ist das Bilden einer Koalition, um Druck auf Brüssel auszuüben.
Die Premierminister Italiens, Spaniens, Portugals und Griechenlands treffen sich am Freitag zu einem kleinen „Mittelmeer-Gipfel“ in Rom, um einen Konsens über die Reform der europäischen Energiemärkte und die Senkung der Energiepreise zu finden, so offizielle Quellen gegenüber EURACTIVs Partner EFE.
Spaniens Premierminister Pedro Sánchez wird sich mit seinen Amtskollegen aus Italien, Mario Draghi, und Portugal, Antonio Costa, treffen. Die Quellen bestätigten, dass der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis per Videokonferenz teilnehmen wird, nachdem er positiv auf COVID-19 getestet wurde.
Auch die Eskalation des Krieges in der Ukraine wird auf der Tagesordnung stehen.
Angesichts der Schwierigkeiten, mit denen verschiedene Sektoren aufgrund der stark gestiegenen Strom- und Kraftstoffpreise konfrontiert sind, planen die vier Länder die Festlegung von Kernprioritäten, um so die EU zu den ihnen so wichtigen Maßnahmen zu bewegen.
„Italiens Plan basiert auf drei Elementen: der Festsetzung eines Höchstpreises für Gas, der Einführung eines gemeinsamen Speichersystems und der Durchführung von (Energie-)Käufen auf EU-Ebene“, so Quellen aus der italienischen Regierung gegenüber EFE.
Italien ist fast vollständig von Gas abhängig. Rom importiert 90 Prozent seiner jährlichen Lieferungen, 45 Prozent davon kommen aus Russland, weshalb sich die Regierung für eine Preisobergrenze ausspricht.
Draghi befürwortet auch die Einrichtung gemeinsamer Speichersysteme und den gemeinsamen Einkauf von Gas durch die EU, was eine größere Kaufmacht und dadurch niedrigere Preise im Vergleich zu einzelstaatlichen Käufen bedeuten würde.
Sánchez stimmt mit seinem italienischen Amtskollegen darin überein, dass die Energiepreise gedeckelt werden müssen und Energiequellen gemeinsam beschafft werden müssen, befürwortet aber auch die Entkopplung der Strompreise von den Gaspreisen.
Damit könnte die Strategie für erneuerbare Energien beschleunigt und die Gasverbindungen Spaniens ausgebaut werden, um der EU Sicherheit und Autonomie zu bieten.
Das Treffen in Rom ist Teil der Reise, die Sánchez im Vorfeld der EU-Ratstagung in der kommenden Woche durch mehrere EU-Länder führt.
Am Montag traf der spanische Premierminister in Madrid mit dem kroatischen Premierminister Andrej Plenkovic und in Bratislava mit dem slowakischen Premierminister Eduard Heger zusammen. In den kommenden Tagen will er auch nach Rumänien, Deutschland und Irland reisen.