Ministerin: Polen mit EU-Mitteln am effizientesten

Polen habe von allen neuen Mitgliedstaaten die EU-Förderung am wirksamsten eingesetzt und damit der Rezession getrotzt, so hochrangige polnische Politiker und Wirtschaftsvertreter letzte Woche.

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Polen habe von allen neuen Mitgliedstaaten die EU-Förderung am wirksamsten eingesetzt und damit der Rezession getrotzt, so hochrangige polnische Politiker und Wirtschaftsvertreter letzte Woche.

Die polnische Ministerin für regionale Entwicklung l?bieta Bie?kowska zeigte sich bei ihrer Einschätzung darüber, wie ihr Land europäische Fördermittel nutze, äußerst selbstsicher.

In einem Interview mit dem Online-Wirtschaftsportal Polish Market behauptete Bie?kowska, Polen habe im Vergleich zu den anderen neuen EU-Mitgliedstaaten die EU-Förderung am effizientesten eingesetzt.

Die Polen hätten die ihnen zugestandenen Mittel voll ausgeschöpft, was sich in der wirtschaftlichen Leistung des Landes niederschlage.

Polens Wirtschaftsleistung während Rezession am stärksten

Insbesondere hat Warschau wiederholt betont, dass Polen im Jahr 2009 als einziges EU-Land eine Rezession vermieden hat. Obwohl das BIP-Wachstum letztes Jahr mit 1,6% das niedrigste seit 10 Jahren war, hatte Polen als einziger Mitgliedstaat weiterhin ein positives Wachstum zu verzeichnen.

Während sich die meisten Ökonomen diesen Erfolg mit dem großen Verbrauchermarkt und starken wirtschaftlichen Grundlagen erklären, behaupten polnische EU-Experten, der geschickte und effiziente Einsatz von EU-Fördergeldern habe ebenfalls eine bedeutende Rolle gespielt.

Bei einer Veranstaltung im Europäischen Parlament in Brüssel letzte Woche sagte die polnische Europaabgeordnete und einstige EU-Kommissarin für Regionalpolitik Danuta Hübner, Warschau bemühe sich sehr, zu den reicheren Ländern der "alten EU“ aufzuschließen. "Und ich habe das Gefühl, dass wir dabei erfolgreich sind“, fügte sie hinzu.

Hübner wies auf die Wichtigkeit eines “integrierten Ansatzes” zu EU-Geldern hin. Die Fähigkeit, eine Anzahl verschiedener Fonds miteinander zu verknüpfen und so Synergien zwischen europäischen Politikfeldern auszunutzen sei für diese hohe Erfolgsquote wesentlich.

Auf derselben Veranstaltung stimmte Leslaw Kuzaj, bei General Electric für Mitteleuropa zuständig, der Aussage zu, dass Polen im "Investitionsrezept der EU“ die richtige Zutatenmischung eingesetzt habe.

GE ist einer der größten Arbeitgeber Mittel- und Osteuropas und beschäftigt allein in Polen über 10.000 Arbeitnehmer. Das Unternehmen drängt auf so genannte Investitionscluster, um das Land zu einer Drehscheibe für Technologie und Innovation in der EU zu entwickeln.

Kusaj forderte zudem, dass sich künftige Fonds stärker auf die lokale Ebene konzentrieren sollten. Dieser Punkt wurde von Ministerin Bie?kowska aufgenommen. So habe Warschau ein neues Konzept der Regionalpolitik erarbeitet, bei dem das Potenzial jeder Provinz gestärkt werden solle, anstatt lediglich die Entwicklungsunterschiede zwischen den Provinzen auszugleichen.

Steht Polen das Beste noch bevor?

Ihr zufolge steht Polen das Beste noch bevor. Die gesamten positiven Auswirkungen der polnischen Erfolgsgeschichte würden erst zwischen 2013 und 2015 in Erscheinung treten.