Mini-MIT der EU soll 2010 Arbeit aufnehmen [DE]

Auch nach der endgültigen Bewilligung des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (ETI) gehen die Meinungen über die Notwendigkeit des Instituts auseinander. Das Institut war ursprünglich als Konkurrenz des US-amerikanischen Technologieinstituts in Massachusetts (MIT) geplant worden. Es wird erwartet, dass konkrete Aktivitäten in den Bereichen Forschung, Bildung und Innovation im Jahr 2010 beginnen werden.

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Auch nach der endgültigen Bewilligung des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (ETI) gehen die Meinungen über die Notwendigkeit des Instituts auseinander. Das Institut war ursprünglich als Konkurrenz des US-amerikanischen Technologieinstituts in Massachusetts (MIT) geplant worden. Es wird erwartet, dass konkrete Aktivitäten in den Bereichen Forschung, Bildung und Innovation im Jahr 2010 beginnen werden.

Nachdem der Parlamentsausschuss für Industrie Ende Februar 2008 den gemeinsamen Standpunkt des Rates zum Europäischen Technologieinstitut (ETI) angenommen hatte, wurde die Verordnung schließlich am 11 .März 2008 in einer zweiten Lesung vom Parlament angenommen. Das Institut wird vermutlich ab kommendem Sommer an seiner Errichtung arbeiten.

Der Europaabgeordnete und Parlamentsberichterstatter Reino Paasilinna nannte den Kompromiss zwischen Rat und Parlament ‚einen Erfolg für das Parlament’, da er die Rolle von Innovationen stärke. Paasilinna sagte weiter, all zu oft ernteten die exzellenten Studenten und Forscher nicht die Früchte ihrer Arbeit, da es schlicht niemanden gebe, der ihnen dabei helfe, ihre Forschungsergebnisse in gewinnbringende Produkte umzuwandeln.

Unterdessen fordert die Kommission die Mitgliedstaaten auf, ihre nationalen Hochschulsysteme zu reformieren, um Wirtschaft und Wissenschaft einander näher zu bringen. Ziel ist es, Forschungsergebnisse schneller in Neuerungen von Dienstleistungen und Produkten umzuwandeln. 

Wenn das ETI errichtet ist, sollen innerhalb von 18 Monaten die ersten Wissens- und Innovationsgemeinschaften geschaffen werden, die sich mit den Themen Klimawandel, erneuerbare Energien und Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) der nächsten Generation beschäftigen werden. Wenn die Arbeit hieran im Sommer 2008 aufgenommen wird, könnten die ersten Wissens- und Innovationsgemeinschaft bis 2010 ins Leben gerufen werden.

Auch wenn die wichtigsten Themen des neuen Instituts im Allgemeinen umweltfreundlich erscheinen, stimmten die grünen Europaabgeordneten gegen den Vorschlag. Sie bezeichneten die Pläne – die ursprünglich von Kommissionspräsident Barroso vorgelegt worden waren – als „überheblich“ und nannten das entschiedene Budget „einen Witz“.

Die Grünen hätten die ursprünglichen Pläne für ein ETI unterstützt, jedoch habe sich die Initiative zu einer Farce entwickelt – sie sei schlecht ausgearbeitet und es mangele ihr an einem realistischen und funktionsfähigen Budget. Mit diesen Worten erklärte der Europaabgeordnete David Hammerstein die Entscheidung seiner Fraktion, gegen den Bericht zu stimmen. Man sei der Meinung, kein ETI sei besser als ein schlecht durchdachtes und unterfinanziertes ETI, fügte er hinzu.

Laut des ursprünglichen Kommissionsvorschlags wären 2,3 Milliarden Euro notwendig gewesen, um sechs Wissens- und Innovationsgemeinschaften einzurichten. Der Kompromissvorschlag sieht jedoch die Schaffung von nur zwei oder drei Wissens- und Innovationsgemeinschaften vor, da der Beitrag der Kommission – 308 Millionen Euro – die einzig konkreten Projektmittel seien, die für das ETI bereitgestellt wurden.

Im Gegensatz zum MIT wird das europäische Institut keiner an einem spezifischen geographischen Ort gelegenen Universität gleichen. Es wird stattdessen ein virtuelles Netzwerk aus Universitäten, Unternehmen und anderen Entscheidungsträgern sein, das die Wissens- und Innovationsgemeinschaften bilden soll. Jede Wissens- und Innovationsgemeinschaft muss mindesten drei Partnerorganisationen haben, die ihren Sitz in zwei oder mehr Mitgliedstaaten haben. Mindestens einer der Partner muss eine Universität und mindestens ein weiterer ein Privatunternehmen sein.

Kommissionspräsident Barroso sagte, er sei „hocherfreut“ darüber, dass das ETI Realität werde. Er prognostizierte, das Institut werde „zu einem markanten Punkt in der Innovationslandschaft Europas werden“, das die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Hochschulen weltweit und in der EU fördern und stärkern werde.