Microsoft gewinnt Streit um weltweite Standards [DE]
Das „Office Open XML“-Format, das Microsoft zum Austausch von Inhalten zwischen unterschiedlicher Software benutzt, wird nach monatelangen Verhandlungen zum weltweiten Standard. Durch das Format werden die Aufbewahrung sowie die zukünftige Verwendung von Dokumenten vereinfacht.
Das „Office Open XML“-Format, das Microsoft zum Austausch von Inhalten zwischen unterschiedlicher Software benutzt, wird nach monatelangen Verhandlungen zum weltweiten Standard. Durch das Format werden die Aufbewahrung sowie die zukünftige Verwendung von Dokumenten vereinfacht.
Microsoft hat es geschafft, eine Reihe von Staaten zu überzeugen, die im September gegen OOXML gestimmt hatten, ihre Meinung zu ändern – darunter Großbritannien, Frankreich, Dänemark und Irland. In der letzten und entscheidenden Revision Ende März stimmten diese Länder entweder für den Standard oder enthielten sich und ermöglichten so seine Zulassung.
Nun besitzt OOXML die ISO 29500-Zertifizierung und ist damit Standard für Textverarbeitungsdokumente, Präsentationen und Tabellen, die von zahlreichen Anwendungen und in zahlreichen Plattformen implementiert werden soll, erklärte die ISO.
Um dennoch grünes Licht zu erhalten, war das Unternehmen aus Redmond gezwungen worden, beträchtliche Bedenken seitens ISO-Mitgliedern zu berücksichtigen, die, wenn sie vollständig einbezogen würden, erhebliche Änderungen des gegenwärtigen OOXML bedeuteten.
Microsoft behauptet, der neue Standard würde Privatanwendern und der öffentlichen Verwaltung das Leben erleichtern, indem sie es ermöglichen würden, alle Dokumente mit einem garantierten langfristigen Zugriff zu speichern und aufzubewahren, sogar mit neu entwickelter Software.
Dieser Ansicht widersprechen Unterstützer von Open Source und offenen Standards, die behaupten, dass Anwendungen in OOXML durch Copyright geschützt seien und zukünftig nicht von anderen Software-Entwicklern implementiert werden könnten.
Sie unterstützen stattdessen ODF, eine Open-Source-Anwendung, die gegenwärtig mit weniger anderen Anwendungen kompatibel ist als OOXML, angeblich aber aufgrund des offenen Formates und der ständigen Innovationen eine größere Leistungsfähigkeit besitzt.
Die Bedenken der Open-Source-Verfechter werden von der Europäischen Kommission geteilt. Im vergangenen Januar leitete diese eine Ermittlun ein, um zu bewerten, „ob das neue Dateiformat Office Open XML von Microsoft Office mit den Produkten anderer Wettbewerber in ausreichendem Maße kompatibel ist.“