Messdienstbranche freut sich über EU-Klimaziele
Die Klimaziele der Europäischen Kommission verheißen europaweite Investitionen von einer Billion Euro in den kommenden zehn Jahren. Mit intelligentem Management des Energieverbrauchs in Gebäuden wollen die Messdienst-Unternehmen zu Energieeinsparungen beitragen. Neuer Präsident des Europäischen Vereins zur verbrauchsabhängigen Energiekostenabrechnung (E.V.V.E.) ist Walter Schmidt.
Die Klimaziele der Europäischen Kommission verheißen europaweite Investitionen von einer Billion Euro in den kommenden zehn Jahren. Mit intelligentem Management des Energieverbrauchs in Gebäuden wollen die Messdienst-Unternehmen zu Energieeinsparungen beitragen. Neuer Präsident des Europäischen Vereins zur verbrauchsabhängigen Energiekostenabrechnung (E.V.V.E.) ist Walter Schmidt.
Walter Schmidt (43), CEO des Essener Energiedienstleisters ista International GmbH, wurde auf der Jahreshauptversammlung des Europäischen Vereins zur verbrauchsabhängigen Energiekostenabrechnung (E.V.V.E.) einstimmig zum Nachfolger des Holländers Ben Wiegers (Warmtemeterservice B.V.) gewählt. Schmidt steht dem europäischen Branchenverband der Messdienst-Unternehmen für zwei Jahre vor. Vizepräsident bleibt Detlef Busch, Business Manager für das internationale Geschäft der Techem Energy Services GmbH.
Weitere gewählte Mitglieder des Präsidiums: Michael Buschmann (Brunata Wärmemesser-Ges. Schultheiss GmbH+Co., Deutschland), Bernard Chaize (Ecometering, Frankreich), Christian Fischer Trollo (Brunata A/S, Dänemark), Achim Dicke (ista, Deutschland) und DDr. Helmut Gradischnik (Meßtechnik Ges.m.b.H. & CoKG, Österreich).
Einsparungen in Wohn- und Gewerbeimmobilien
Mit Hinweis auf die soeben vorgestellten Klimaziele der Europäischen Kommission, die unter anderem europaweite Investitionen von einer Billion Euro in den kommenden zehn Jahren prognostizieren, sagte Schmidt nach seiner Wahl: „Dass die Kommission bei ihrer Energiestrategie in den nächsten Jahren voll auf Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz setzt, begrüßen wir sehr.“
Die Branche habe gerade für die Einsparungen in Wohn- und Gewerbeimmobilien – die mit rund vierzig Prozent einen massiven Anteil am Gesamt-Energieverbrauch in Europa ausmachen – innovative, effektive und vergleichsweise kostengünstige Lösungen entwickelt. Diese Maßnahmen könnten einen beachtlichen Beitrag zur Erreichung der angestrebten CO2-Senkungen leisten.
„Wir brauchen im Gebäudesektor in Zukunft intelligentes und professionelles Monitoring und Management des Energieverbrauchs. Ob Energieversorger, Hausverwaltung oder Mieter – ohne eine detaillierte Transparenz über den Energieverbrauch fehlt eine fundierte Grundlage für Investitionsentscheidungen, verändertes Verbraucherverhalten oder Wirksamkeitsanalysen von eingeleiteten Maßnahmen“, sagte Schmidt.
Studie: Sanierungspotenziale in Altbauten überschätzt
Eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) fand indessen heraus, dass die Sanierungspotenziale in Altbauten überschätzt werden und eine Sanierung nicht immer die sinnvollste Lösung darstelle. Anstelle von umfangreichen Sanierungen sei demnach ein intelligentes Energiedatenmanagement die deutlich kostengünstigere Alternative zur nachhaltigen Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden.
Die Auswertung der Daten zeigt, dass Wohngebäude mittlerer Größe, die um die Jahrhundertwende erbaut wurden (1900-1918), aus energetischer Sicht vergleichsweise gute Bestandseigenschaften aufweisen. Das liegt unter anderem an den starken Außenwänden aus Vollziegel, die im Vergleich mit anderen Gebäudetypen weniger Wärme entweichen lassen. Die Kosten der Sanierung sind hier vergleichsweise hoch, da beispielsweise die Außenfassaden häufig mit wertvollen Ornamenten gestaltet sind.
Im Gegensatz dazu werden durch die Sanierung von Bauten der späten 1950er und 1960er Jahre wesentlich größere Energieeinsparungen erreicht: Die Sanierungsmaßnahmen sind sehr viel günstiger, und der Energiekennwert sinkt um durchschnittlich 27 Prozent.
Das Baujahr und die Gebäudesubstanz spielen somit eine wichtige Rolle bei der Frage, ob eine Sanierung sinnvoll ist. Unter Kosten-Nutzen-Aspekten liegt im individuellen Verbrauchsverhalten das größte Potenzial für Einsparungen. Dabei gilt der Einsatz moderner Mess- und Erfassungstechnik zur energieartenübergreifenden (d.h. Wärme, Wasser und Strom) Auslesung und Visualisierung von Verbrauchsdaten als Voraussetzung.
Hintergrund
Der Europäische Verein zur verbrauchsabhängigen Energiekostenabrechnung (E.V.V.E.) mit Sitz in Bonn ist eine unabhängige und europaweit auf politischer Ebene arbeitende Interessenvereinigung zur Förderung von Systemen zur Energie- und Wassereinsparung bei Gebäuden. Zu den Mitgliedern zählen Unternehmen, die innerhalb der Europäischen Union und auch darüber hinaus Systeme zur Wärme- und Wasserkostenabrechnung entwickeln, herstellen und verbrauchsabhängige Energie- und Wasserkostenabrechnung anbieten. Die E.V.V.E. ist mit 18 Unternehmen und zwei assoziierten Verbänden in 9 Mitgliedsstaaten der EU vertreten.
ekö
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