Merz: Deutsche Kampfflugzeuge könnten französische und britische Atomwaffen transportieren

Während eine deutsche Atomwaffenbewaffnung für Merz nicht in Frage kommt, könnten deutsche Kampfflugzeuge US-Atomwaffen transportieren, und „es wäre möglich, dies auch auf britische und französische Atomwaffen anzuwenden“.

EURACTIV.com
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Ein Deutscher Tornado Kampfjet. [Foto: Carsten Rehder/picture alliance via Getty Images]

Deutsche Kampfflugzeuge könnten britische und französische Atomwaffen transportieren, schlug Bundeskanzler Friedrich Merz am Mittwoch vor, nachdem er sich kürzlich für eine europäische nukleare Abschreckung eingesetzt hatte.

Europäische Länder wie Deutschland beginnen, für ihren nuklearen Schutz über die USA hinauszuschauen. Merz gab kürzlich bekannt, dass er mit anderen europäischen Mächten – insbesondere mit Frankreich – über die Einrichtung einer europaweiten nuklearen Abschreckung diskutiert.

Während eine deutsche Atomwaffenbewaffnung für Merz nicht in Frage kommt, könnten deutsche Kampfflugzeuge US-Atomwaffen transportieren, und „es wäre möglich, dies auch auf britische und französische Atomwaffen anzuwenden“, sagte er im deutschen Podcast Machtwechsel.

Abschreckung durch Atomwaffenarsenal

Seit Jahrzehnten hängt die Sicherheit Europas weitgehend von der Bereitschaft Washingtons ab, in einen potenziellen Konflikt einzugreifen. Das amerikanische Atomwaffenarsenal spielt eine unvergleichliche Rolle bei der Schaffung dieser Abschreckung. Die Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump – und die abfälligen Äußerungen des US-Präsidenten über das NATO-Bündnis und seine Drohungen, Grönland zu annektieren – haben jedoch Zweifel an der weiteren Tragfähigkeit dieser Dynamik aufkommen lassen.

New START, ein bilaterales Abkommen zur Begrenzung der strategischen Atomwaffenarsenale Russlands und der USA, lief Anfang Februar offiziell aus, ohne dass beide Seiten nennenswerte Anstrengungen unternommen hätten, um die Bedingungen zu verlängern.

Merz sagte, dass Frankreich in der Vergangenheit angeboten habe, Deutschland in seine nukleare Abschreckung einzubeziehen, und er glaube, dass ein solches Angebot „in diesen Zeiten nicht einfach unberücksichtigt bleiben kann“.

Der Generalsekretär der NATO, Mark Rutte, der es geschafft hat, eine produktive Beziehung zu Trump aufrechtzuerhalten, sagte auf der Münchner Sicherheitskonferenz, dass niemand in Europa darauf dränge, den nuklearen Schutzschild der Vereinigten Staaten zu ersetzen. Stattdessen sollte die aktuelle Diskussion als Ergänzung zur Stärkung des bestehenden Rahmens gesehen werden.

Derzeit können die veralteten Tornado-Jets Deutschlands US-Atomwaffen transportieren. Diese Jets sollen jedoch durch 35 in den USA hergestellte F-35 ersetzt werden, die Deutschland 2022 bestellt hat.

(cm)