Merkel: Opel geht an Magna

Die Grundsatzentscheidung von General Motors ist gefallen: Bundeskanzlerin Angela Merkel gab Donnerstag Nachmittag bekannt, dass Opel an den österreichisch-kanadischen Konzern Magna gehe.

Angespannt bis zum letzten Moment: Der Opel-Sieger Frank Stronach (Foto: dpa)
Angespannt bis zum letzten Moment: Der Opel-Sieger Frank Stronach (Foto: dpa)

Die Grundsatzentscheidung von General Motors ist gefallen: Bundeskanzlerin Angela Merkel gab Donnerstag Nachmittag bekannt, dass Opel an den österreichisch-kanadischen Konzern Magna gehe.

Der Mutterkonzern von Opel, General Motors (GM), hat eine Grundsatzentscheidung getroffen: Der Konzern will Opel nun doch an den Investor Magna und seine Partner verkaufen.

Das verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag nunmehr offiziell. GM-Chef Fritz Henderson habe das Kanzleramt über die Entscheidung unterrichtet. „Ich freue mich außerordentlich“, sagte Merkel.

Erleichterung auch bei Magna-Chef Frank Stronach, der in Köln der Veröffentlichung der Entscheidung entgegengefiebert hatte. Auch er hatte bis zum letzten Moment keine Informationen, in welche Richtung die Entscheidung gehen würde. Der gebürtige Österreicher war auf alles gefasst.

Keine Belastung mehr im Wahlkampf

Wie es heißt, wolle GM noch Bedingungen stellen. Einzelheiten dazu sind bisher nicht bekannt. Merkel sagte auf die Frage eines Journalisten, ob die Bedingungen eine Finte von GM sein könnten: "Das glaube ich nicht. Ich glaube, dass es beherrschbare und verhandelbare Dinge sind."

Das Ergebnis liege "auf der Linie dessen, was sich die Bundesregierung auch gewünscht hat" und was sich die Arbeitnehmer von Opel gewünscht hätten. "Es hat sich gezeigt, dass sich Geduld und Zielstrebigkeit der Bundesregierung ausgezahlt haben", so die Kanzlerin. Es sei aber kein einfacher Weg gewesen. Die Finanzierungsbedingungen Berlins würden von General Motors akzeptiert, sagte Merkel, für deren CDU/CSU-Bundestagswahlkampf ein ungelöstes Opel-Problem oder der öffentliche Eindruck, die Bundesregierung habe sich von GM vorführen lassen, kontraproduktiv gewesen wäre.

Den Amerikanern fehlt das Geld

Die Kanzlerin machte aus ihrer Genugtuung keinen Hehl. Am Ende habe sich bei Opel der lange Atem der Bundesregierung ausgezahlt, sagte Merkel sichtlich erleichtert. Für die Regierung stand einiges auf dem Spiel: Monatelang schien es, Bund und Länder ließen sich von den GM-Bossen in Detroit die Spielregeln diktieren.

In Regierungskreisen hieß es, GM habe seinen Widerstand gegen Magna jetzt überraschend aufgeben, weil den Amerikanern schlicht das Geld für eine Sanierung aus eigener Kraft fehle. Denn im 13-köpfigen Verwaltungsrat des US-Autoriesen gab es durchaus Stimmen, die das europäische Opel-Geschäft gerne behalten hätten.

Magna hatte im Gegensatz zu den Konkurrenten versprochen, vorerst alle vier deutschen Standorte zu erhalten. Wie bei den Milliardensummen zur Bankenrettung geht die Regierung davon aus, dass „New Opel“ später die Hilfen mit Zinsen zurückzahlt. Beobachter schließen nicht aus, dass Magna irgendwann einen Nachschlag fordern könnte, wenn es bei der Sanierung eng wird.

EURACTIV.de mit dpa