Mehrheit der Slowak:innen hoffen auf russischen Sieg

Mehr als die Hälfte der Slowak:innen würde einen militärischen Sieg Russlands über die Ukraine begrüßen, so eine neue, am Mittwoch veröffentlichte Umfrage.

EURACTIV.sk
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Etwa ein Fünftel der Befragten gab an, dass sie sich einen klaren Sieg Russlands wünschen, wobei mehr als die Hälfte angab, dass sie zu einem russischen Sieg neigen. [[Shutterstock/NINA IMAGES]]

Mehr als die Hälfte der Slowak:innen würde einen militärischen Sieg Russlands über die Ukraine begrüßen, so eine neue, am Mittwoch veröffentlichte Umfrage.

Die repräsentative Umfrage mit dem Titel „Wie geht es dir, Slowakei?“ wurde von den Agenturen MNFORCE und Seesame sowie der Slowakischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt.

Die Befragten wurden gebeten, die Frage anhand einer 10-Punkte-Skala zu beantworten, wobei 1 für einen klaren Sieg Russlands und 10 für die Ukraine steht.

Etwa ein Fünftel der Befragten gab an, dass sie sich einen klaren Sieg Russlands wünschen, wobei mehr als die Hälfte angab, dass sie zu einem russischen Sieg neigen.

Nur ein Drittel der Befragten gab an, dass sie zu einem Sieg der Ukraine tendieren, weitere 18 Prozent äußerten keine Präferenz.

Auf der Parteiebene sind die Unterschiede deutlich spürbar. So steht beispielsweise die überwältigende Mehrheit der Wähler der SMER-SD des ehemaligen Ministerpräsidenten Robert Fico auf der Seite Russlands.

Fico ist ein entschiedener Gegner der Sanktionen gegen Russland und feierte sogar den Jahrestag des Slowakischen Nationalaufstands mit dem russischen Botschafter.

Seine SMER-SD ist derweil nach wie vor Mitglied der Partei der Europäischen Sozialisten, die wiederum der S&D untergeordnet ist. Eine europäische Schwesterpartei der SPD, sozusagen.

Was die geografischen Unterschiede betrifft, so gibt es nur in Bratislava eine Mehrheit der Bevölkerung, die sich einen Sieg der Ukraine wünscht.

Die Slowakei ist seit langem eines der russlandfreundlichsten Länder in der EU – neben Bulgarien.

Eine im Sommer 2021 durchgeführte Umfrage ergab, dass 55 Prozent der Slowak:innen eine positive Meinung vom russischen Präsidenten Wladimir Putin haben. Unter den mittel- und osteuropäischen Ländern hatten nur die Bulgar:innen ein positiveres Bild von Putin (75 Prozent).

Im Februar 2022, vor der Invasion, gaben 44 Prozent der Menschen der NATO und den USA die Schuld an den Spannungen an den ukrainischen Grenzen, während lediglich 33 Prozent Russland dafür verantwortlich machten.

In der Umfrage aus dem vergangenen Jahre sprachen sich gerade einmal 45 Prozent für eine NATO-Mitgliedschaft aus. Unmittelbar nach der Invasion ist die Unterstützung zwar gestiegen, doch in letzter Zeit ist sie wieder zurückgegangen.