McCreevy will sich in den USA für EU-Unternehmen und gemeinsame Bilanzierungsstandards stark machen
Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy besucht die USA, um mit US-Vertretern Gespräche über die internationalen Rechnungslegungsstandards und die Registrierung von EU-Unternehmen bei der Securities and Exchange Commission (SEC) zu führen.
Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy besucht die USA, um mit US-Vertretern Gespräche über die internationalen Rechnungslegungsstandards und die Registrierung von EU-Unternehmen bei der Securities and Exchange Commission (SEC) zu führen.
Während seines Besuches in New York und Washington vom 19. bis 22. April 2005 wird McCreevy versuchen, US-Vertreter davon zu überzeugen, dass das ‚Listing’ bei der SEC nur für diejenigen EU-Unternehmen obligatorisch sein sollte, die in den USA eine wesentliche Aktienmenge besitzen. Derzeit müssen alle EU-Unternehmen, die mehr als 300 US-Aktienbesitzer vertreten, bei der SEC gelistet sein. Alle gelisteten Unternehmen müssen gewisse Unternehmensführungsregeln einhalten, die seit dem ‚Sarbanes-Oxley-Act’ hohe Kosten für sie verursachen. Gleichzeitig haben EU-Firmen erfahren müssen, dass das Delisting äußerst schwierig ist. Unternehmenslobbyisten setzen sich dafür ein, dass der Schwellenwert auf 3.000 US-Aktieninhaber angehoben wird.
Der Kommissar wird sich ebenfalls mit Paul Volcker, dem Vorsitzenden International Accounting Standard Board, treffen, um der EU eine größeres Gewicht im IASB (siehe EURACTIV 20. Januar 2005) zu verschaffen. Er wird sich voraussichtlich ebenfalls für eine größere Repräsentation der EU im International Accounting and Assurance Standards Board (IAASB) stark machen.
Auf dem Programm steht darüber hinaus die gegenseitige Anerkennung der EU- und US-Bilanzierungsstandards. Derzeit werden die Rechnungslegungsstandards der EU (IFRS) und diejenigen der USA (GAAP) nicht als äquivalent angesehen. Unternehmen, die auf beiden Seiten des Atlantiks tätig sein, müssen daher zwei unterschiedliche Bilanzen anfertigen. McCreevy ließ kürzlich in einer Rede vor dem European Policy Centre verlauten, er sehe es gern, dass diese „kostspielige Anforderung“ abgeschafft würde.