Mazedonien sucht Lösung in Namensstreit mit Griechenland [DE]
Mazedonien hofft den Namensstreit mit Griechenland ohne Gewinner und Verlierer zu lösen, so Vasko Naumovski, stellvertretender mazedonischer Ministerpräsident und Minister für Europäische Integration, in einem exklusiven Interview mit EURACTIV.
Mazedonien hofft den Namensstreit mit Griechenland ohne Gewinner und Verlierer zu lösen, so Vasko Naumovski, stellvertretender mazedonischer Ministerpräsident und Minister für Europäische Integration, in einem exklusiven Interview mit EURACTIV.
Gemäß Naumovski war Vertraulichkeit notwendig, um gute Bedingungen für die Gespräche im „Namensstreit“ zwischen Skopje und Athen zu sichern. Dieser wird derzeit von Matthew Nimetz, einem US-Botschafter im Namen der Vereinten Nationen, vermittelt.
Der 29-jährige Vasko Naumovski, Lehrbeauftragter für Völkerrecht und Politik an der New York Universität in Skopje, wurde kürzlich zum stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt. Er sprach mit EURACTIV am Rande einer Konferenz von European Policy Centre (EPC), einem in Brüssel ansässigen Think-Tank.
Der 18 Jahre andauernde Streit hat den NATO-Beitritt des kleinen Landes verhindert (EURACTIV vom 2. April 08) wie auch seinen weiteren Weg zur EU-Integration versperrt (EURACTIV vom 4. April 08).
Dennoch geben sich hochrangige mazedonische Beamte optimistisch.
„Wir hoffen in den kommenden Wochen weitere Fortschritte zu erzielen, trotz der Fortschritte, die im Vergleich zu vor einigen Jahren bereits erreicht wurden. Wir bleiben in Verhandlungen um eine Lösung zu finden und nicht für ewig zu verhandeln“, sagte er.
Naumovski wich der Frage aus, ob die neue Regierungskoalition mit den Sozialisten von PASOK in Griechenland (EURACTIV vom 5. Oktober 09) neue Kompromissmöglichkeiten im Namensstreit zulasse. Auch vermied er Aussagen, ob das Problem in der Ablehnung des mazedonischen Vorschlags liege, einen Namen für die interne Verwendung in Mazedonien und einen für die internationalen Beziehungen zu benutzen.
Auf Fragen zur kürzlich veröffentlichten ‚mazedonischen Enzyklopädie’, die zu Verärgerungen in Griechenland, Bulgarien, Kosovo, Albanien und sogar in Großbritannien und den USA führten (EURACTIV vom 13. Oktober 09), betonte Naumovski, dass es ein Projekt der mazedonischen Akademie für Wissenschaft und Kunst gewesen sei, und nicht von einer Regierungsinstitution.
Naumovski äußerte das „Bedauern” der Regierung, dass mazedonische Staatsbürger albanischer Volkzugehörigkeit von einigen der Einträge beleidigt wurden. Darin wurden sie als „Siedler bezeichnet, die im 16. Jahrhundert ins Land kamen. Im Lexikon wurden Albaner als „šiptari“ oder „Planinci“ bezeichnet, was eine abwertende Konnotation besitzt. Aber er vermied es zu beantworten, wann und ob die Regierung mögliche Beleidigungen anderer Nationen „bedauere.“
Was die jüngste Entscheidung der EU-Kommission betrifft, EU-Beitrittsgespräche mit Mazedonien zu empfehlen, erklärte Naumovski, er könne nicht vorgreifen, ob der Rats-Gipfel im Dezember grünes Licht für den Start der Beitrittsverhandlungen gebe. Er hält fest, dass die Entscheidung aufgrund der guten Ergebnisse der mazedonischen Regierung zustande kam.
Vasko Naumovski sprach mit Georgi Gotev.
Das vollständige Interview finden Sie hier.