May kommt in London mit blauem Auge davon
Die Stimmverluste der zerstrittenen Tory-Partei von Premierministerin Theresa May in London sind ersten Ergebnissen zufolge weniger dramatisch als befürchtet.
Die Stimmverluste der zerstrittenen Tory-Partei von Premierministerin Theresa May in London sind ersten Ergebnissen zufolge weniger dramatisch als befürchtet.
Von den 4.371 Ratsmitgliedern, die insgesamt in ganz England zur Wahl stehen, sitzen mehr als 1.800 in den 32 Londoner Gemeinderäten. Entsprechend groß ist die Bedeutung der Londoner Lokalwahlen. In der Hauptstadt zeigten Umfragen im Vorfeld des Urnengangs, dass die Labour-Partei 51 Prozent der Stimmen erhalten könnte – und die konservativen Tories lediglich 29 Prozent.
Die sozialdemokratische Partei von Jeremy Corbyn hatte daher das Ziel ausgerufen, London zu einer „Konservativen-freien Zone“ zu machen: Labour hoffte, die Gemeinde Barnet in Nordlondon zu gewinnen und hatte auch das Regierungsviertel Westminster sowie Kensington und Chelsea, zwei der reichsten Teile der Stadt, im Visier.
Wie erste Teilergebnisse am Freitag nahelegen, kommt es für May und Konsorten nicht ganz so dick, wie befürchtet. Demnach verzeichnete Labour zwar Zugewinne, dennoch konnten die Tories ihre Hochburgen, Stadtbezirke Wandsworth und Westminster, verteidigen.
Die Wahl gilt als wichtiger Stimmungstest für die Premierministerin. Schneiden die Tories schwach ab, dürfte dies zwar keine Rücktrittsforderungen an May nach sich ziehen. Ihre Macht in der Partei, die in der Frage des Brexits gespalten ist, dürfte allerdings weiter bröckeln.