London strebt Lebensmittel-Abkommen mit der EU bis 2027 an

Der britische Europaminister Nick Thomas-Symonds erklärte, eine engere Anbindung an Brüssel sei der Schlüssel, um die Supermarktpreise unter Kontrolle zu halten.

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Der britische Europaminister Nick Thomas-Symonds erklärte, eine engere Anbindung an Brüssel sei der Schlüssel, um die Supermarktpreise unter Kontrolle zu halten.

Angesichts explodierender Lebensmittelpreise und trotz wachsender Kritik der Brexit-Hardliner an den Beziehungen zwischen London und der EU wirbt die Labour-Regierung erneut für das Lebensmittelsicherheitsabkommen, das sie mit Brüssel abschließen will.

„Wir werden das bis 2027 umsetzen, damit Unternehmen und Verbraucher so schnell wie möglich konkrete Vorteile spüren – eingesparte Kosten an den Grenzen, zusätzliche Mittel für Investitionen, mehr Geld im Portemonnaie der arbeitenden Bevölkerung“, sagte Thomas-Symonds bei einer Veranstaltung des Magazins Spectator in London.

Seine Rede am Mittwoch folgte auf einen Regierungsbericht, wonach britische Unternehmen im vergangenen Jahr bis zu 75 Millionen Euro (65 Millionen Pfund) für Ausfuhrgenehmigungen für Agrar- und Lebensmittelprodukte in die EU zahlen mussten – eine direkte Folge des Brexits.

Thomas-Symonds bestätigte zudem, dass London und Brüssel im Herbst mit detaillierten Verhandlungen über ein sogenanntes SPS-Abkommen (sanitäre und phytosanitäre Maßnahmen) beginnen werden – Teil der Zusagen, die beim EU-UK-Gipfel im Mai gemacht wurden.

Doch der Weg bleibt steinig: London müsste große Teile seiner Gesetzgebung an die EU-SPS-Standards anpassen – ein Schritt, den Brexit-Hardliner als Rückkehr in Brüssels regulatorischen Orbit geißeln.

Bei den Herbstgesprächen dürfte Großbritannien jedoch versuchen, Ausnahmen zu sichern, etwa bei den Regeln für genmodifizierte Pflanzen.

(adm, aw, jl)