London kündigt Sparkurs und Sozialkürzungen an
Die britische Finanzministerin Rachel Reeves hat am Mittwoch im Parlament ein aktualisiertes Haushaltskonzept vorgestellt und dabei weitreichende Kürzungen bei den Staatsausgaben angekündigt. Gleichzeitig plant die Regierung gezielte Investitionen in den Verteidigungssektor.
Die britische Finanzministerin Rachel Reeves hat am Mittwoch im Parlament ein aktualisiertes Haushaltskonzept vorgestellt und dabei weitreichende Kürzungen bei den Staatsausgaben angekündigt. Gleichzeitig plant die Regierung gezielte Investitionen in den Verteidigungssektor.
„Die gestiegene globale Unsicherheit hat zwei Folgen. Erstens für unsere öffentlichen Finanzen. Und zweitens für die Wirtschaft“, sagte Reeves. Die Wachstumsprognose für 2025 wurde in diesem Zusammenhang deutlich nach unten korrigiert – von zuvor zwei Prozent auf nun einen Prozent.
Gleichzeitig verwies die Ministerin auf verbesserte Langfristprognosen: Für die kommenden zehn Jahre wird mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum gerechnet als bislang angenommen.
Allerdings geht die Regierung von einer anhaltend höheren Inflation aus. Diese soll im Durchschnitt bei 3,2 Prozent liegen – deutlich über der bisherigen Schätzung von 2,6 Prozent. Für 2026 wird ein Rückgang auf 2,1 Prozent erwartet, ab 2027 soll sich die Inflation dann bei zwei Prozent stabilisieren.
Im Bereich der Sozialpolitik plant die Regierung deutliche Einschnitte: Der Gesundheitsanteil in den Universal Credit-Zahlungen – dem zentralen britischen Instrument zur Unterstützung von Arbeitslosen und Geringverdienern – wird für neue Antragsteller halbiert und anschließend eingefroren.
Parallel dazu will die Regierung mit einem Paket von insgesamt 1,4 Milliarden Pfund mehr Menschen in Arbeit bringen. Eine Milliarde Pfund soll in Programme zur Arbeitsmarktintegration fließen, weitere 400 Millionen in die Unterstützung der Jobcenter. Ziel ist es, die Zahl der Empfänger von Erwerbsunfähigkeitsleistungen zu reduzieren.
Das Office for Budget Responsibility beziffert die Einsparungen durch das Maßnahmenpaket auf rund 4,8 Milliarden Pfund.
Reeves betonte zudem die sicherheitspolitischen Ambitionen ihrer Partei: Man wolle Großbritannien zur „verteidigungsindustriellen Supermacht“ machen, bei der die Rüstung als zentraler Motor für wirtschaftliches Wachstum dient. Im kommenden Haushaltsjahr erhält das Verteidigungsministerium zusätzliche 2,2 Milliarden Pfund, um auf die „zunehmende globale Unsicherheit“ reagieren zu können.
Mindestens zehn Prozent des Ausrüstungsbudgets sollen künftig in neue Technologien investiert werden. Damit soll auch die Produktion an Standorten wie Derby, Glasgow und Newport gezielt gestärkt werden.