Lissabon, die Zweite

Die Lissabon-Agenda war gestern, Europa 2020 ist morgen. Die 2020-Strategie benötigt ein echtes Benchmarking, einen europäischen Sachverständigenrat und mehr Forschungsmittel im EU-Budget, finden die Europaaexperten der Bertelsmann-Stiftung, Joachim Fritz-Vannahme, Armando García Schmidt, Dominik Hierlemann und Robert Vehrkamp, in einem "spotlight europe"-Aufsatz, der morgen veröffentlicht wird.

Wirtschaftswachstum allein ist passé (Foto: dpa)
Könnte der EWR eine Chance für Großbritannien, die Ukraine und die Türkei sein? [Foto: dpa]

Die Lissabon-Agenda war gestern, Europa 2020 ist morgen. Die 2020-Strategie benötigt ein echtes Benchmarking, einen europäischen Sachverständigenrat und mehr Forschungsmittel im EU-Budget, finden die Europaaexperten der Bertelsmann-Stiftung, Joachim Fritz-Vannahme, Armando García Schmidt, Dominik Hierlemann und Robert Vehrkamp, in einem „spotlight europe“-Aufsatz, der morgen veröffentlicht wird.

Soll die Europa 2020-Strategie erfolgreicher sein als ihr Vorläufer, muss ein neues Narrativ gefunden werden. Zielsetzung und Richtung der gemeinsamen Anstrengung müssen klar und deutlich kommuniziert werden. Bürger und Sozialpartner müssen aktiv in die Politikgestaltung eingebunden werden. Das fordern die Autoren von Initiates file downloadLissabon, die Zweite, veröffentlicht in der Reihe "spotlight europe" von der Bertelsmann Stiftung.

Europäische soziale Marktwirtschaft

Nur auf diese Weise kann erreicht werden, dass die Bürger der EU überhaupt Kenntnis von der gemeinsamen Anstrengung nehmen und das Vorhaben mittragen. Dies wiederum ist entscheidend für die Ausdauer und den Willen der politischen Akteure, die Reformen voranzutreiben.

Keine der großen Leistungen der EU – sei es die Vollendung des Binnenmarktes, die Einführung des Euro oder die Erweiterung von 2004 – wurden von einer überschwänglichen Euphorie der Menschen getragen. Dies wird bei der neuen Strategie nicht anders sein.

Wachstumsdenken ist passé

Dennoch: In allen Fällen war die Zielrichtung klar vorgegeben und kommuniziert. Die Bürger wussten, auf welche Herausforderungen das jeweilige Vorhaben Antwort gab.

Die Europa 2020-Strategie muss den Europäern klar machen, dass es jetzt darum geht, der Welt zu zeigen, wie auf kreative Weise qualitatives Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum, sozialer Ausgleich und Nachhaltigkeit zusammengebracht werden können. Die Zeiten schnöden Wachstumsdenkens sind vorüber. Die Europäer wollen eine gesellschaftliche Fortschrittsagenda, deren Ziel eine soziale Marktwirtschaft für Europa ist. Genau daran muss "Europa 2020" arbeiten.

Näheres folgt in Kürze.