Lettland: Ukraine sollte Militärziele in Russland angreifen dürfen

Die Ukraine sollte die Freiheit haben, militärische Einrichtungen in Russland anzugreifen, um Angriffe auf ihre kritische Infrastruktur abzuwehren, sagte Lettlands Außenminister Edgars Rinkēvičs in einem Interview mit Bloomberg.

LRT.lt mit EURACTIV
Foreign ministers from Baltic and Nordic countries visit Kyiv
Der lettische Außenminister Edgars Rinkevics nimmt an einer gemeinsamen Pressekonferenz in Kyjiw (Ukraine) teil, 28. November 2022 [EPA-EFE/VALENTYN OGIRENKO / POOL]

Die Ukraine sollte die Freiheit haben, militärische Einrichtungen in Russland anzugreifen, um Angriffe auf ihre kritische Infrastruktur abzuwehren, sagte Lettlands Außenminister Edgars Rinkēvičs in einem Interview mit Bloomberg.

„Wir sollten den Ukrainer:innen erlauben, Waffen einzusetzen, um Raketenstellungen oder Flugplätze anzugreifen, von denen aus diese Operationen gestartet werden“, sagte Rinkēvičs am Dienstag am Rande des NATO-Außenministertreffens in Bukarest und fügte hinzu, dass die Verbündeten eine Eskalation „nicht fürchten“ sollten.

Bisher haben es die USA abgelehnt, Waffen in die Ukraine zu schicken, die ausreichend Reichweite haben, um Russland zu treffen, wie zum Beispiel das Army Tactical Missile System (ATACMS). Man befürchtet, dass der Krieg eskalieren und die NATO einschließen könnte.

Laut Rinkēvičs sind auch mehrere andere NATO-Staaten der Ansicht, dass die Ukraine keine Einschränkungen bei der Verwendung von Waffen haben sollte, aber dies sei letztlich Sache der einzelnen Länder, wenn sie entscheiden, welche Waffen sie Kyjiw zur Verfügung stellen.

Der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis erklärte gegenüber Reporter:innen auf dem Treffen, dass einige Länder die Frage aufwarfen, ob die Verbündeten der Ukraine Waffen liefern sollten, ohne irgendwelche Bedingungen zu stellen. „Der Konsens hat sich jedoch nicht geändert“, sagte er.

Kyjiw habe seit Beginn des Krieges darauf gedrängt, Waffen von Verbündeten ohne „politische Vorbehalte“ zu erhalten, fügte Landsbergis hinzu.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei EURACTIVs Medienpartner lrt.lt.