LEAK: EU-Vorschriften für erneuerbaren Wasserstoff am 15. Dezember erwartet
Die Regeln für die Zertifizierung von Wasserstoff als erneuerbare Energie (die so genannten Zusätzlichkeitsregeln) werden voraussichtlich am 15. Dezember von der Kommission vorgestellt, so dass nur wenig Zeit für eine Konsultation bleiben dürfte.
Die Regeln, unter welchen Umständen Wasserstoff als erneuerbar gelten wird, die sogenannten Regeln zur Additionalität, werden voraussichtlich am 15. Dezember von der Kommission vorgestellt, sodass nur wenig Zeit für eine Konsultation bleiben dürfte.
Wasserstoff wird eine Schlüsselrolle bei den europäischen Bestrebungen zur Dekarbonisierung spielen wird. Der Marktaufbau hat sich jedoch aufgrund der regulatorischen Unsicherheit nur langsam vollzogen. Schuld ist auch, dass das Erstellen eines festen Regelwerks Jahre dauerte.
Ein von EURACTIV eingesehener Entwurf der neuen Regeln soll am 15. Dezember veröffentlicht werden, so Jens Geier, Abgeordneter der S&D-Fraktion und Chefunterhändler des EU-Parlaments für Teile des Gas- und Wasserstoffpakets 2021.
Der neue Entwurf der Regeln ist „der beste, den ich bisher gesehen habe, was den Inhalt angeht“, sagte er Reporter:innen in Berlin. Den gesamten Entwurf, der nächste Woche an die Mitgliedstaaten gehen soll, finden Sie unten.
Grüner (oder erneuerbarer) Wasserstoff wird durch Elektrolyse von Wasser mit erneuerbarem Strom hergestellt. Um sicherzustellen, dass der Ausbau von Elektrolyseuren zu zusätzlichen erneuerbaren Energien führt und nicht zu einer Kannibalisierung bestehender Windturbinen und Photovoltaikanlagen, kommen die „Zusätzlichkeits“-Regeln ins Spiel.
Durch eine zeitliche und geografische Korrelationskomponente wollen die Regeln die tatsächliche Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit der Wasserstoffproduktion in der Nähe verknüpfen – die Wasserstoffproduktion muss so nah wie möglich an einem Windpark liegen und Wasserstoff produzieren, wenn der Wind weht.
„Bis zum 31. März 2028“ wird dieser Ansatz weitgehend aufgegeben, wie der Entwurf zeigt.
Der Nachweis einer vierteljährlichen Überlappung von erneuerbarer Erzeugung und Wasserstoffproduktion wird ausreichen. Think-Tanks und Aktivist:innen bevorzugen eher stündliche oder tägliche Überschneidungen.
„Basierend auf einer monatlichen Korrelation hätte durch Elektrolyse erzeugter Wasserstoff mit aus dem Netz bezogenem Strom im Jahr 2021 zu durchschnittlichen Emissionen von 574 gCO2e/kWh in Deutschland und 1.071 gCO2e/kWh in Polen geführt“, erklärte Matthias Buck, Europadirektor des deutschen Think-Tanks Agora Energiewende, in einem kürzlich erschienenen Kommentar für EURACTIV.
Die geografische Korrelation wird ebenfalls erfüllt, wenn sich Elektrolyseure und erneuerbare Energien in derselben Stromgebotszone befinden – was weit weniger ehrgeizig ist als von Analyst:innen ursprünglich erwartet.
In den meisten Fällen überschneiden sich die Ländergrenzen mit den Stromgebotszonen. Italien und Schweden, die in mehrere Ausschreibungszonen aufgeteilt sind, bilden eine bemerkenswerte Ausnahme.
Ein Experte bezeichnete den neuen delegierten Rechtsakt als „perfekten Kompromiss“, der allen Seiten „gerade genug wehtut.“
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Wenig Zeit für Konsultationen
Die Interessenvertreter:innen, sowohl die Industrie als auch die Nichtregierungsorganisationen, dürften jedoch nicht allzu erfreut sein.
Laut Geier will die Europäische Kommission den delegierten Rechtsakt am 15. Dezember zur Konsultation freigeben – für ganze vier Wochen. Verglichen mit den 24 Stunden, die Verbänden in Deutschland dieser Tage gewährt wird, scheint das großzügig. Für EU-Verfahren ist das aber absolutes Eil-Tempo.
Die Veröffentlichung der Zusätzlichkeit in einer solch „unfreundlichen Art und Weise“, wie Geier es nannte, wird Aktivist:innen und Lobbyist:innen dazu zwingen, während der Weihnachtszeit Überstunden zu machen.
Es erinnert an letzten unbeliebten delegierten Rechtsakt aus dem Berlaymont-Gebäude: die EU-Taxonomie für nachhaltige Finanzen, das „grüne“ Label für Gas und Atomkraft, der Minuten vor Mitternacht am 31. Dezember 2021 in den Postfächern landete.
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Den geplanten Rechtsakt können Sie hier lesen.
mc-add_DA[Bearbeitet von Nathalie Weatherald]