Kurti: Kosovo strebt NATO-Mitgliedschaft an

Der Premierminister des Kosovo, Albin Kurti, hat am Mittwoch (17. August) in Brüssel erklärt, dass der Kosovo Mitglied des NATO-Militärbündnisses werden wolle.

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epa07900592 Albin Kurti, parliamentary elections Prime Ministerial candidate and founder of the opposition party Selfdetermination (Vetevendosje) addresses to the journalists after voting during the early parliamentary elections in Pristina, Kosovo, 06 October 2019.  About 1.9 million voters are eligible to vote for the 120 seats in Kosovo?s parliament, 20 of which are reserved for ethnic Serbs and other minorities. Elections have been called in August 2019 after Prime Minister Ramush Haradinaj resigned as Kosovo’s prime minister after a war crimes court in The Hague summoned him for questioning as a suspect.  EPA-EFE/GEORGI LICOVSKI
"Wir haben eine klare Vision. Wir wollen die Mitgliedschaft in der NATO", sagte Kurti nach dem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. [[Georgi Licovski/EPA/EFE]]

Der Premierminister des Kosovo, Albin Kurti, hat am Mittwoch (17. August) in Brüssel erklärt, dass der Kosovo Mitglied des NATO-Militärbündnisses werden wolle.

„Wir haben eine klare Vision. Wir wollen die Mitgliedschaft in der NATO. Das würde uns in die Lage versetzen, das zurückzugeben, was die friedlichen und demokratischen Staaten und Nationen unserem Land und unseren Bürger:innen gegeben haben und immer noch geben“, sagte Kurti nach dem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

„In diesem Sinne wäre die Mitgliedschaft im NATO-Programm Partnerschaft für den Frieden ein Pfeiler“, so der Premier.

Auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Stoltenberg erklärte Kurti, die Institutionen und die Menschen im Kosovo hätten Grund zur Vorsicht, da, „der nördliche Nachbar“ – Serbien – sowohl gegenüber dem Kosovo als auch gegenüber der gesamten Region einen destruktiven Ansatz verfolge, und zwar als Teil von „Russlands Plan, der Europa und dem Balkan schadet.“

Er fügte hinzu, dass die Regierung des Kosovo und er als Premierminister sich verpflichtet hätten, die Politik seines Landes in Einklang mit der NATO zu bringen, und dass der Kosovo bereit sei, sich in vollem Umfang an jedem NATO-Projekt zu beteiligen.

NATO-Generalsekretär Stoltenberg erklärte derweil während der Pressekonferenz, dass sowohl Belgrad als auch Pristina Verantwortung für die Verbesserung der Situation im nördlichen Kosovo übernehmen müssten, um eine Eskalation zu vermeiden.

Er bekräftigte außerdem, die KFOR – die multinationale Einsatztruppe im Kosovo unter Leitung der NATO – sei bereit, einzugreifen und die Sicherheit und Bewegungsfreiheit aller Bevölkerungsgruppen im Kosovo zu gewährleisten, und betonte, dass ein konstruktiver Dialog der einzige Weg sei, um Differenzen beizulegen.

„Ich fordere alle Seiten auf, Zurückhaltung zu üben und Gewalt zu vermeiden“, sagte Stoltenberg nach dem Treffen mit Vucic vor Reportern. Er fügte hinzu, dass die NATO die Situation vor Ort genau beobachte und dass die KFOR sich weiterhin auf ihr Mandat konzentriere.

Er wies darauf hin, dass die NATO die langjährige Partnerschaft mit Serbien schätze und die Zusammenarbeit fortsetzen werde, um Frieden und Stabilität zu sichern.

„Sollte die Stabilität in Gefahr geraten, ist die KFOR bereit zu intervenieren und wird alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ein sicheres Umfeld und Bewegungsfreiheit für alle Menschen im Kosovo zu gewährleisten“, sagte Stoltenberg.