Kreml: Putin "offen für Gespräche" mit Scholz
Der russische Präsident Wladimir Putin ist offen für Kontakte mit Bundeskanzler Olaf Scholz, hat aber kein Telefonat mit ihm geplant, sagte ein Kreml-Sprecher am Sonntag der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti.
Der russische Präsident Wladimir Putin ist offen für Gespräche mit Bundeskanzler Olaf Scholz, hat aber kein Telefonat mit ihm geplant, sagte ein Kreml-Sprecher am Sonntag der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti.
Deutschland, das sich bis vor Kurzem gegen die Lieferung moderner Kampfpanzer an die Ukraine gewehrt hatte, erklärte letzte Woche, dass man 14 Leopard-2-Panzer nach Kyjiw liefern werde. Zudem wurden auch die Leopard-Lieferungen durch verbündete europäische Länder genehmigt. Diese Ankündigung, auf die kurz darauf eine Zusage der USA über die Lieferung von M1-Abrams-Panzern nach Kyjiw folgte, verärgerte den Kreml.
„Im Moment stehen keine vereinbarten Gespräche (mit Scholz) auf dem Programm. Putin war und ist offen für Kontakte“, wurde Kremlsprecher Dmitri Peskow von RIA Novosti zitiert.
Der Berliner Tagesspiegel zitierte Scholz in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit den Worten: „Ich werde auch wieder mit Putin sprechen – weil es notwendig ist, zu sprechen.“
Er fügte hinzu: „Putin ist in der Pflicht, seine Truppen aus der Ukraine abzuziehen, um diesen schrecklichen, sinnlosen Krieg zu beenden, der schon hunderttausende Menschenleben gekostet hat.“
Das Büro von Scholz war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er befindet sich derzeit auf einer Dienstreise in Südamerika.
Putin und Scholz hatten zuletzt Anfang Dezember miteinander telefoniert. Damals bezeichnete der russische Staatschef die deutsche und westliche Linie in der Ukraine als „destruktiv“ und forderte Berlin auf, seinen Ansatz zu überdenken.
Nach Angaben des Kieler Instituts für Weltwirtschaft ist Deutschland nach den Vereinigten Staaten der zweitgrößte Geber von Militärgütern an die Ukraine, noch vor anderen europäischen Mächten wie Frankreich und Großbritannien.
Moskau bezeichnet sein Vorgehen als „spezielle Militäroperation“ zur Abwehr eines feindlichen, eindringenden Westens. Die Ukraine und ihre Verbündeten behaupten, die Invasion sei ein unprovozierter Akt der Aggression gewesen.
Kyjiw sagt, dass Friedensgespräche nur möglich sind, wenn Russland die Angriffe einstellt und alle Truppen von ukrainischem Boden abzieht.