Kreditkrise fast vorbei, sagt EZB [DE]

Der Zugang zu Finanzierung sollte inzwischen für Unternehmen, Haushalte und Verbraucher einfacher geworden sein, da weniger Banken der Eurozone eine Verschärfung ihrer Kreditauflagen im dritten Quartal 2009 berichteten, so eine Umfrage zum Kreditsystem, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) durchgeführt wurde. Die Nachfrage nach Darlehen von Firmen ging weiterhin zurück, so die Untersuchung.

growth_chart.jpg
growth_chart.jpg

Der Zugang zu Finanzierung sollte inzwischen für Unternehmen, Haushalte und Verbraucher einfacher geworden sein, da weniger Banken der Eurozone eine Verschärfung ihrer Kreditauflagen im dritten Quartal 2009 berichteten, so eine Umfrage zum Kreditsystem, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) durchgeführt wurde. Die Nachfrage nach Darlehen von Firmen ging weiterhin zurück, so die Untersuchung.

Der Anteil der Banken der Eurozone, die eine Verschärfung der Kreditbedingungen für Unternehmen meldeten, fiel im September auf 8%, im Vergleich zu 21% im zweiten Quartal 2009. Die beruhigenden Zahlen stammen aus einer vierteljährlichen Studie zum Bankkreditwesen, die gestern (28. Oktober) von der EZB veröffentlicht wurde.

Von den 118 Banken der Eurozone, die von der EZB befragt wurden, erklärten nur neun, die Bedingungen ihrer Darlehensaktivitäten gegenüber Firmen hätten sich verschlechtert. Alle anderen meldeten eine Verbesserung, sodass „die Verschärfung der Bedingungen fast völlig zum Erliegen gekommen ist“, unterstreicht der EZB-Bericht.

Nichtsdestotrotz ging die Nachfrage nach Darlehen von Unternehmen im dritten Quartal 2009 weiterhin zurück, um 20%. Im vergangenen Quartal betrug der Rückgang 29%.

Der EZB-Bericht geht davon aus, dass dieser anhaltende Rückgang der Kreditnachfrage vor allem an niedrigeren Investitionen und weniger Fusionen und Übernahmen liegt. Aber er ist auch eine Folge wachsender marktbasierter Finanzierung. So geben laut Bericht immer mehr Unternehmen Darlehenssicherheiten zur Geldbeschaffung aus anstatt Banken nach Geld zu fragen.

Firmen erkennen an, dass der Zugang zu Krediten nicht länger ihre Hauptsorge darstellt. „Die Ergebnisse des EZB-Berichts decken sich im Großen und Ganzen mit den jüngsten Erfahrungen unserer Kunden beim Zugang zu Finanzierung, und es ist in der Tat richtig, dass die meisten KMUs immer noch Zugang zu Darlehen haben“, sagte Gerhard Huemer von UEAPME, welches KMUs in der EU repräsentiert, gegenüber EURACTIV.

„Jedoch sind die Zinssätze höher. Dasselbe gilt für zusätzlich zu den Zinssätzen anfallende Kosten, und Forderungen nach höheren Sicherheiten scheinen üblicher zu werden“, fügte Huemer hinzu. Außerdem „profitieren die Banken von einer bedeutenden Kluft zwischen Refinanzierungsraten, die fast auf ihr Vorkrisenniveau zurückgefallen sind, und Zinssätze für Geschäftskredite, die immer noch sehr hoch sind. Mit anderen Worten sind Kredite zurzeit zwar ein sehr lukratives Unterfangen für Banken, aber immer noch ein Grund zur Sorge für KMUs“, schloss er.

Haushalte und Verbraucher

Die EZB-Studie berichtet auch von einem Rückgang der Zahl der Banken in der Eurozone, die schärfere Finanzierungsbedingungen bei Hypotheken melden. Nur 14% meldeten verschärfte Finanzierungsbedingungen, während die anderen befragten Banken eine verbesserte Situation signalisierten. Im vergangenen Quartal meldeten 22% eine Verschlechterung der Kreditbedingungen. Banken erwarten eine weitere Verbesserung der Bedingungen für das letzte Jahresquartal.

Gleichzeitig meldet die Studie eine wachsende Nachfrage nach Krediten von Haushalten. Im dritten Quartal 2009 stieg die Nachfrage nach Hypotheken um 10%.

Was die Verbraucher angeht, so nahm der Anteil der Banken, die eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen erlebten, von 21% auf 13% im dritten Quartal 2009 ab. Die Nachfrage nach Konsumentenkrediten fiel auf 9%, wenn auch deutlich langsamer als im vergangenen Quartal (-26%).