Kreativität soll Zahl der Schulabbrecher senken [DE]

Mehr Mobilität für Schüler sowie kreative Lehrmethoden seien zur Bekämpfung der Abbrecherquote an europäischen Schulen von grundsätzlicher Bedeutung, so Jury und Teilnehmer eines Europäischen Jugendcamps für Innovation und Kreativität.

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Mehr Mobilität für Schüler sowie kreative Lehrmethoden seien zur Bekämpfung der Abbrecherquote an europäischen Schulen von grundsätzlicher Bedeutung, so Jury und Teilnehmer eines Europäischen Jugendcamps für Innovation und Kreativität.

John Grumbar vom Head-Hunting Unternehmen Egon Zehnder International sagte, dass kulturelle Anpassungsfähigkeit, Kreativität und Problemlösungsfähigkeiten zu den Fähigkeiten gehörten, die von Arbeitgebern am meisten geschätzt würden.

„Ich würde jungen Menschen dazu raten, zu reisen und Erfahrungen außerhalb ihres unmittelbaren Umfelds zu machen”, sagte Grumbar, Vorsitzender der Jury bei einem Wettbewerb darüber, wie man Jugendliche stärker für Bildung begeistern könnte.

Er ermutigte Schüler auch dazu, Teamfähigkeit zu entwickeln und ihre sozialen Netze zu nutzen. „Wen man kennt, ist fast genauso wichtig, wie was man weiß“, betonte er.

Die Veranstaltung, die von Junior Achievement-Young Enterprise (JA-YE) Europe als Teil des Europäischen Jahres der Kreativität und Innovation (EYCI) organisiert wurde, führte 100 Schüler aus 25 Ländern diese Woche (24.-25. November) nach Brüssel, um sich am Wettbewerb zu beteiligen. Schulen aus der EU, Israel, Mazedonien, Mali, Norwegen, Russland, Serbien und der Türkei nahmen daran teil.

Die Teilnehmer mussten ein innovatives Produkt oder eine innovative Dienstleistung für den Bildungssektor vorschlagen. Dabei wurden sie von Mitarbeiten der Europäischen Kommission, Accenture und CSR Europe unterstützt.

Der siegreiche Beitrag, ‚Faceschool’, baut auf die existierende Social-Networking-Website Facebook auf und ermöglicht Schülern, ihre Arbeit mit ihren Lehren und Klassenkameraden zu besprechen. Lehrer können zudem Unterrichtsmaterialien auf die Website stellen.

Zu den anderen Beiträgen gehörten Maßnahmen, um Schulabbrecher zur Rückkehr zu bewegen, die Einführung von Unterricht in ‚kreativem Denken’ und eine Art Erasmus-Programm für Schulen.

EU bewegt sich bei Schülermobilität

Die EU-Exekutive möchte, dass alle jungen Menschen ab 2020 die Möglichkeit haben, einen Teil ihrer Ausbildung in einem anderen Mitgliedstaat zu verbringen, und die Kommission führt zur Zeit ein öffentliches Konsultationsverfahren über ihr Grünbuch zur Förderung der Mobilität für Schüler durch. Die Konsultation endet am 15. Dezember.

Ein Pilotprojekt zur Mobilität, „Comenius Individual Pupil Mobility“, wird 2010 in 13 europäischen Ländern eingeführt. Schüler weiterführender Schulen werden drei bis zehn Monate bei einer Gastfamilie in einem anderen Mitgliedstaat leben und dort die Schule besuchen.

Solche Programme stehen vor einer Vielzahl von technischen Herausforderungen, darunter die Gewährleistung von Versicherungsschutz und eine gründliche Überprüfung der Gastfamilien. Die Aktion könnte jedoch bei einem Erfolg des 2010-2011 Pilotprogramms ausgedehnt werden.

Der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso hat auch die Schaffung einer ‚Youth on the Move’ Initiative angekündigt, um Mobilität zu fördern und den Kreislauf der Entbehrungen zu reduzieren, der aus hohen Abbrecherquoten resultiert.

Maroš Šef?ovi?, EU-Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend, sagte, die „post-Berlin Generation” Europas sei daran gewöhnt, zu reisen und neue Sprachen zu erlernen. „Dies ist die erste Generation, die wirklich von Europa profitiert. Sie kennen keine Grenzen“, sagte er.

Er sagte, er sei ermutigt zu sehen, wie Schüler so viel Kreativität zeigten, vor allem angesichts nur langsamer Fortschritte in Europa bei der Bekämpfung von niedrigen Alphabetisierungsraten. Er drückte auch seine Besorgnis über die anhaltende Herausforderung eines Kampfs gegen Abbrecherquoten aus und fügte hinzu, dass eine Kombination von Technologie mit Bildung in diesem Zusammenhang helfen könnte.

Bezüglich des EYCI sagte Šef?ovi?, das Sonderjahr habe Kreativität und Innovation sichtbarer gemacht. Er sei zufrieden, dass sich diese Prioritäten auch im Entwurf des ‚EU 2020’ Dokuments wieder fänden, das diese Woche (24. November) veröffentlicht wurde.

Das Dokument soll dem Europäischen Rat im März vorgestellt werden, zusammen mit dem Europäischen Innovationsgesetz, das zurzeit noch entworfen wird. Bei der Diskussion um Mobilität sagte Šef?ovi?, das Interesse am Erasmus-Programm sei weiterhin groß, obwohl er anmerkte, dass die Mitgliedstaaten mehr tun müssten, um gesellschaftliche Randgruppen zu einer Teilnahme am Programm zu ermutigen. Unterstützung sei dabei von Politikern der EU, der nationalen und der lokalen Ebene ebenso wie von Schulen und der Privatwirtschaft nötig, fügte er hinzu.