Kosovo: Geber großzügig, doch Serbien will seine Provinz behalten [DE]

Am 11. Juli 2008 in Brüssel nahmen fast 40 Länder an der Geberkonferenz der Europäischen Kommission teil. Doch Serbien sagte, es werde seine Provinz nicht aufgeben und versprach, die serbische Gemeinschaft im nördlichen Kosovo wirtschaftlich stärken zu wollen.

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Am 11. Juli 2008 in Brüssel nahmen fast 40 Länder an der Geberkonferenz der Europäischen Kommission teil. Doch Serbien sagte, es werde seine Provinz nicht aufgeben und versprach, die serbische Gemeinschaft im nördlichen Kosovo wirtschaftlich stärken zu wollen.

Während der Konferenz ist es gelungen, in den kommenden drei Jahren 1,2 Milliarden Euro für die ärmsten Regionen Europas zu sammeln. Praktisch jedes der 20 EU-Länder, die den Kosovo als einen unabhängigen Staat anerkannt haben, sicherten verschiedene Summen für dessen Wiederaufbau zu. Die Höhe der Gelder reicht von 100 Millionen Euro aus Deutschland bis hin zu nur zwei Millionen Euro aus Frankreich, das derzeitig die rotierende EU-Ratspräsidentschaft innehat. Die Europäische Kommission ist mit einer halben Milliarde Euro der größte Geber. Nicht-EU-Länder wie Norwegen, die Schweiz, Saudi-Arabien und die Türkei steuern ebenfalls beträchtliche Summen bei.

Der Premierminister des Kosovo, Hashim Thaci, versprach der internationalen Gemeinschaft, dass seine Regierung die Gelder in verantwortungsbewusster Weise einsetzen werde. Man werde die Fähigkeit der Institutionen verbessern, Entwicklungshilfe in effizienter Weise zu verwenden. Man verfolge eine verantwortungsvolle Staatsführung und einen kompromisslosen Kampf gegen Korruption und organisiertes Verbrechen, sagte Thaci.

Unterdessen sagte der serbische Vizepremierminister Bozidar Djelic in Belgrad, dass sein Land den Kosovo nicht für eine zügigere EU-Integration eintauschen werde.

Serbien werde das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit dem Kosovo als einen festen Bestandteil ratifizieren und Serbien werde der EU mit dem Kosovo beitreten, sagte Djelic.

Er fügte hinzu, dies sei gleichzeitig der Weg in die EU und die Verteidigung der territorialen Integrität.

Am 8. Juli 2008 besuchte der serbische Minister für Kosovo und Metochien Goran Bogdanovic den nördlichen Teil des Kosovo, der praktisch unter Kontrolle Belgrads ist. Er versprach die Unterstützung für ein ‚Überleben der Serben’ in dieser Region, ebenso wie für die Rückkehr derer, die 1999 und 2004 vertrieben worden seien, wie er es nannte.