Kontroverse um Grönland: Trump schließt Militäraktion nicht aus
Der künftige US-Präsident Donald Trump sorgte für Aufsehen, nachdem er sich geweigert hatte, Militäraktionen zur Kontrolle über Grönland auszuschließen. Mette Frederiksen, die dänische Ministerpräsidentin, erinnerte ihn daraufhin an die gemeinsame NATO-Mitgliedschaft.
Der künftige US-Präsident Donald Trump sorgte für Aufsehen, nachdem er sich geweigert hatte, Militäraktionen zur Kontrolle über Grönland auszuschließen. Mette Frederiksen, die dänische Ministerpräsidentin, erinnerte ihn daraufhin an die gemeinsame NATO-Mitgliedschaft.
Grönland ist ein autonomes Gebiet Dänemarks und damit de facto EU und NATO Mitglied. Dies bedeutet, dass jeder Einsatz militärischer Gewalt auf seinem Territorium durch ein anderes NATO-Mitglied eine historische Premiere und ein großes Problem darstellen würde.
Auf einer Pressekonferenz in Florida schloss Trump militärische oder wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen nicht aus, um die Kontrolle der USA über Grönland und den Panamakanal zu festigen und zu sichern.
„Nein. Ich kann Ihnen in Bezug auf beide Punkte keine Zusicherung geben“, antwortete Trump auf eine entsprechende Frage.
Wenn Grönland nicht zum Verkauf stünde, würde er sehr hohe Zölle einführen, kündigte Trump an, was sich aufgrund der EU-Mitgliedschaft Dänemarks auch auf Waren aus anderen EU-Staaten auswirken würde.
Der künftige Präsident begründete sein Interesse an Grönland mit der nationalen Sicherheit.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen reagierte auf die Kommentare besonnen und erklärte gegenüber Medien, dass sie sich eine solche Situation nicht vorstellen könne. Sie wiederholte, dass Dänemark Grönland rechtlich nicht an die USA verkaufen oder abtreten könne.
Die Ministerpräsidentin bezeichnete die USA als Dänemarks engsten und wichtigsten Verbündeten und begrüßte den amerikanischen Fokus auf die Arktis. Dennoch müsse das Interesse an der Region mit Respekt für das grönländische Volk einhergehen und eine Zusammenarbeit in Angelegenheiten wie der NATO ermöglichen.
Trumps Äußerungen kamen zeitgleich mit einem Besuch seines ältesten Sohnes, Donald Trump Jr., in Grönland zusammen, der am Dienstag in der Hauptstadt Nuuk ankam. Er war Teil einer Delegation, zu der auch der konservative Influencer Charlie Kirk gehörte.
Bei einem Gespräch mit Journalisten kurz nach seiner Ankunft betonte Trump Jr., dass er privat zu Besuch sei.
Anfänglich kursierten Gerüchte, dass der Besuch Treffen mit grönländischen Amtsträgern, wie dem Finanzminister und möglicherweise dem Premierminister des Landes, beinhalten würde. Die grönländische Regierung erklärte jedoch, dass dies nicht offiziell sei und keine Treffen geplant seien.
Der grönländische Premierminister Múte Egede äußerte sich auf Facebook zu dem Besuch und sagte, dass Grönland den Menschen in Grönland gehöre. Dänen und Amerikaner könnten zwar ihre Meinung haben, die Zukunft Grönlands liege jedoch in den Händen der Grönländer.
Grönland, die größte Insel der Welt, ist seit dem 18. Jahrhundert Teil des Königreichs Dänemark und hat nach dem Zweiten Weltkrieg allmählich mehr Autonomie erlangt.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert]